Hallo Earl,
solches Ansinnen würde ich auf Notfälle bzw. Einzelfälle beschränken. Eine ganze Radreise zu durchlöchern macht in verschiedener Hinsicht keinen Sinn. Neben der o.a. Stimmung sind das ganz profane Dinge: Fahrpläne von jedem Ort zu jedem Ort kannst du nicht erschöpfend dabei haben. Im Idealfall verfügst du über ein Smartphone, um die entsprechenden Daten abzurufen. Das würde die Sache erleichtern, aber nicht alle Probleme lösen.
Du kannst deine Fahrtzeiten mit Rad nicht exakt planen. Also wird es vorkommen, dass du angestrebte Züge versäumst. Dann muss man auf den nächsten lange warten. Auch können sich Züge verpäten, dann kommen deine Zeitachsen auf dem Rad ins Wanken. Die Anschlüsse aus/zu den schönsten Regionen sind oft nicht oder nur unzulänglich gewährleistet - du musst also ggf. immer wieder "langweilige" Strecken zwecks Bahnanbindung überbrücken. Auch geht es dann häufiger in Städte hinein/heraus, die du sonst umfahren könntest. Auch die Bahnhofssuche kann Zeit kosten - mehr als die ungezielte Durchfahrt eines Ortes. Schließlich musst du berücksichtigen, dass Frankreich nur auf Fernstrecken entlang der TGV-Routen ein Bahnland ist, nicht aber im Regionalverkehr. Es gibt weder eine entsprechende Streckendichte noch Frequenzdichte wie in Deutschland.
Ich selbst habe mal eine Strecke innerhalb einer Tour mit Zug überbrückt - das war halb angestrebt, halb Zwang (weil im Rückstand und Regen). Das war die Po-Ebene zwischen Bologna und Gardasee, um nicht einen ganzen Tag und durch eine relativ langweilige Landschaft zu radeln. Es war aber nur EINE Strecke innerhalb von 5 Wochen. Selten mache ich das auch auf Touren in meiner Umgebung, um Teilstücke zu überbrücken und meine Regionalradius etwas zu erweitern - auch mit Blick auf die Verkehrsnetze (Ticketpreise). Ist dann aber auch nur eine Unterbrechung und nicht gleich eine Kette von Teilstücken. Meistens lohnt es aber nicht - lieber mal 5 Euro mehr ausgeben für einen vernünftigen Start- oder Endpunkt mit dann durchgehender Route.
In 2 Wochen die schönsten Gegenden Frankreich erkunden zu wollen ist schlicht eine Illusion. Schönheit kannst du nur entdecken durch Beschränkung, Schönheit muss atmen können. Wenn du die "Top-Sehenswürdigkeiten" eines Landes abrackern möchtest, nimm ein Auto oder gleich ein Flugzeug oder eine organisierte Touristenreise mit Bus. Auch besteht die Gefahr der Überreizung - vom Mittelmeer zum Atlantik springen - das sind ja immer wieder andere Landschaftem/Kulturen usw. Möchtest du Fähnchen auf deiner Landkarte setzen oder möchtest du REISEN?
Was mich auch stören würde: Du bist auf die vorgegebenen Fahrzeiten angewiesen, wirst daher häufig in Zügen sitzen und schwitzen, während draußen schönstes Sommerwetter herrscht. (Schon deswegen reise ich auf längeren Anreisestrecken möglichst mit Nachtzug an.) Da würde ich - wenn nicht radeln - doch wenigstens am Meer, See ooder Flussufer meine Zehen kühlen.