Hallo Zusammen,

Eure Beratung war toll - auch jetzt, wo ich meinen Grasshopper schon eine Weile habe, lese ich hier immer noch rein. Einige Tipps kann ich jetzt viel besser nachvollziehen. Deshalb soll hier ein erster Erfahrungsbericht folgen:

Der Grasshopper fährt sich toll! Anfangs hatte ich ein Problem, weil meine Werkstatt zunächst glaubte, der Rahmen sei wegen zu fest angezogener Schrauben am Ausleger kaputt. HP Velotechnik hat mir aber kostenlos eine Distanzhülse geschickt und der Radladen konnte die Schrauben leichter als gedacht lösen. Der Ausleger war außerdem weniger gekürzt als befürchtet, sodass sich das Rad bis ca. 183 cm Körpergröße einstellen lässt! Es war also ein guter Kauf!

Nun aber zum Fahren: Erstmal ist das Rad sau bequem. Keine Schmerzen, kein starker Muskelkater (obwohl ziemlich schlecht trainiert). Und trotz der nur 18 Gänge bin ich bisher jeden Berg hochgekommen. Ein kleinerer Gang würde da auch nicht viel nützen, weil ich dann bei <8 km/h umfallen würde. Bergab fährt das Rad sehr stabil und sicher und rollt gut 50 km/h schnell. Viel mehr lässt sich auch nicht treten, weil dafür keine Übersetzung vorhanden ist. Den Untenlenker finde ich toll, die Aussicht ist genial.

Sehr gut gefällt mir auch die Sitzhöhe. Ich kann mich sehr gut nach hinten umdrehen, wenn ich den Verkehr beobachten will und fühle mich auch nicht zu klein. Damit ich nicht übersehen werde habe ich einen schicken Wimpel montiert. Außerdem habe ich hinter dem Sitz eine Liegeradtasche, die super praktisch ist und für zusätzliche Reflexstreifen sorgt.

Was ich merke ist während und nach dem Fahren mein Hintern am Übergang zu den Schenkeln. Das ist aber schon besser, seitdem ich den Sitz vorne höher gestellt habe. Es ist Muskelkater und kein Schmerz durch Druck o.Ä.

Wie gut ich mit dem Rad Berge hoch komme hat mich überrascht (nachdem es immer heißt, Liegeräder seien nichts für hügelige Gegenden). Nur etwas langsamer bin ich dabei. Heute bin ich eine 37-km-Runde gefahren, mit einem Schnitt von 21 km/h. In der Ebene fahre ich auch lange Abschnitte meist mit >25 km/h, sobald es bergan geht werde ich aber deutlich langsamer. Neulich bin ich eine Standardrunde hier in der Gegend 10 Minuten schneller gefahren, als mit dem aufrechten velotraum.

Leider schaffe ich es nicht, an Rennradlern dran zu bleiben. Dafür reicht die Kondition nicht, aber das Rad ist ja auch wirklich viel schwerer als ein Rennrad. Das ist das einzige, was ich gerne verbessert hätte. Ich komme mir eben vor, als würde ich mit einem Trekkingrad fahren und nicht mit einem Randonneur.

Über die Vollfederung bin ich ganz froh, zumindest konnte ich heute mit gut 40 km/h über zwei Bahnschienen fahren - ohne Probleme. Das ist schon sehr angenehm, vorallem weil ich mal auf die Straßen geachtet habe und schon feststelle, dass es da viele Schlaglöcher gibt, die sich nicht so einfach umfahren lassen.

Im Moment gibt es keinen Grund, nach einem anderen Rad Ausschau zu halten. Der Grasshopper taugt's sehr gut. Am ehesten interessieren würde mich, wie groß der Unterschied zu einem sportlicheren, aber immer noch vollgefederten Rad ist - namentlich zu einem Flux S-800 oder einer Speedmachine. So ein Rad - und mit besserer Schaltung - wäre im Moment der Favorit für einen Neuerwerb in einiger Zeit.

Aber ich will unbedingt auch mal was ungefedertes und richtig schnelles probefahren.

Sodenn - bis bald und viele Grüße,

Philip

Ps: Nächste Woche werde ich - gutes Wetter vorausgesetzt - mal eine Tour über 100 km versuchen, allerdings relativ eben.