In Antwort auf: Ilai

Es ist allemal besser, vor so einer 'menschlichen Blockade' auf Schrittempo runter zu bremsen, bis sich eine ausreichend grosse Durchfahrt bietet, als zu klingeln und hoffen, dass sie einem nicht vor's Rad springen.

Ist man dagegen weiter weg und klingelt, dann bleibt die Gruppe der Spaziergänger oft erst mal stehen, verteilt sich grossflächig über den gesamten Weg, und dreht sich um - um zu sehen, ob da wirklich etwas gewesen ist. Inzwischen bin ich dann aber auch schon heran, und muss komplett abbremsen. Ein Phänomen, das zwar unangenehm, aber kalkulierbar ist.
Klingel ich nicht, sondern suche mir einen Weg, verhalten sie sich wenigstens kalkulierbar.


das kommt ganz auf die situation an. nehmen wir mal vier füßgänger auf einem drei bis vier meter breiten weg an.

- manchmal kann man mit ausreichender sicherheit davon ausgehen, daß man auch denn noch genügend platz hat, wenn ein fugänger etwas ausscheren würde. das ist z.B. der fall, wenn die vier in zwei zweiergrüppchen und nicht direkt in der mitte laufen. dann hat man i.d.R. genügend überholabstand, daß man ihn nicht erschrickt, wenn nicht einer ausschert - aber man ihn selbst dann nur erschrickt. kurz freilauf laufen lassen, damit man akustisch nicht "aus dem nichts" kommt, reicht völlig aus.

- manchmal läßt es sich beim heranfahren nicht erkennen, ob es zwei grüppchen oder eine ist. dann dreht sich oft ein fußgänger im gespräch zum anderen um und schert dabei etwas aus. dann auf eine geschwindigkeit runterbremsen, wo man bei einem ausscheren noch bremsen und /oder über den wegesrand ausweichen könnte.
hierbei kann es m.E. oft besser sein nicht zu klingeln. dann gehen erfahrungsgemäß die von rechts nach links und die von links nach rechts.

- manchmal laufen alle (angenommenen) vier nebeneinander, so daß sie die (angenommenen) vier meter breite des weges benutzen. dann muß sowieso geklingelt werden.

da mache ich es einfach folgendermaßen:
ca. 50 m vor der fußgängergruppe (von hinten heranfahrend) höhre ich auf zu pedalieren und klingle.
ca. 40 m vor der gruppe klingle ich das zweite mal und beginne zu bremsen.
ca. 30 m vor der gruppe klingle ich das dritte mal und bremse weiter.
...

im statistischen durchschnitt tritt folgendes ein:

In Antwort auf: Flachfahrer

"na dann wollen wir schonmal klingeln ... naja, auf zwanzig meter gehört ... zwei gänge runter ... geht doch ... ach ist heute wieder schönes wetter!" grins


bei größeren gruppen ist sowieso mehr vorsicht und langsameres passieren nötig. allerdings ordnet sich auch ein größere gruppe schneller, je früher man mit klingeln beginnt. da muß man gar kein aufdringliches dauerklingeln zelebrieren, sondern einfach nur in gleichmäßigen abständen signal geben.

der trick dabei ist u.a. der, wie die wahrnehmung eigentlich arbeitet und daß sich daraus ganz grob vereinfacht schlußfolgern ließe, daß ein gehör, was den klingelton ab einer bestimmten entfernung zu hören vermag, diesen i.d.R. in dem monent unterbewußt wahrnimmt, aber noch nicht ins bewußtsein durchstellt.
das bedeutet mal ganz vereinfacht: klingle ich bei 30 m entfernung, wird es wahrgenommen, aber nicht gehört. klingle ich dann aber nochmal bei 20 m entfernung, wird es ins bewußtsein durchgestellt, also gehört.

daraus folgert allerdings: klingle ich das erste mal erst bei 20 m entfernung, wird es erst bei 10 m entfernung gehört.

andererseits erhöht sich die wahrscheinlichkeit, daß je nach gehör der fußgänger das klingeln eher gehört wird, je früher ich anfange zu klingeln.


und ansonsten klappt es am besten mit dem grundasatz, natürlich so schnell und energieffektiv wie möglich an den fußgängern vorbeibommen zu wollen - aber genauso rücksichtsvoll zu überholen, wie ich es von einem kraftfahrzeugführer erwarte, der mich in einer gruppe von radlern überholt.
ich würde ja fast sagen, mit dieser einstellung ergibt sich der rest von selbst je nach situation. zwinker

MfG