Ich glaube mittlerweile gibt es hier zwei Aspekte:
Einmal der wirtschaftliche Aspekt, um durch den Kauf innereuropäischer Produkte die eigene Wirtschaft anzukurbeln. Dass damit der heimischen Wirtschaft gerade bei den doch meist langlebigen Fahrradprodukten kaum zu helfen ist, dürfte ausser Frage stehen. Entweder "unsere" (wenn man das so sagen kann...) Produkte sind aus wirtschaftlicher Sicht wettbewerbsfähig oder nicht, und zwar im internationalen Wettbewerb.
Viel wichtiger finde ich jedoch den Aspekt der Produktionsbedingungen. Aus Heinz' Formulierung "ganz oder wenigstens teilweise unter europäischen Arbeits- und Sozialnormen produziert werden" würde ich gerne ableiten, dass die Produktion nicht zwangsweise in Europa stattfinden muss. Die Bedingungen müssen halt stimmen. Nicht, dass es eine Art "Eine-Welt-Laden" mit in Bangladesh handgeschnitzten Fahhradteilen geben sollte. Es reicht ja, wenn die Arbeitsbedingungen einigermaßen akzeptabel sind. Selbstverständlich sind diese Bedingungen auch an der jeweiligen Gesamtsituation des Produktionsortes zu orientieren. Während wir hier um die wöchentliche Arbeitszeit verhandeln, gibt es woanders grundlegendere Probleme. Da kann auch ein vernünftiger Arbeitsschutz oder die Vermeidung von Umweltverschmutzung ein Erfolg sein.
Wobei, Holger, nicht vergessen werden darf, daß es auch in Europa noch genügend einfachere Berufe und Tätigkeiten geben muß, z.B. für Menschen, denen ein akzeptabler Schulabschluß nicht vergönnt war, für behinderte Mitbürger usw. usw.
Nicht jeder hierzulande ist Akademiker oder wird Akademiker sein...
Gruß aus HH,
HeinzH.