Danke für eure Erfahrungswerte, regt zum Denken an. Meine Eingangsfrage wurde definitiv beantwortet. Zum Abschluss noch, ich bin selbst am Hin und Her überlegen, ob ich auf Gewichtsreduzierung gehe (Bikepacking) oder den Komfort in den Vordergrund stelle. Gesundheitsbedingt werden meine Touren nie länger als drei Tage sein und auch keine sehr weiten (max. 50 Kilometer pro Tag).
Was heißt denn "Bikepacking/Gewichtsreduzierung" für dich konkret? Ich bin durchaus ja auch ein Fan davon mal die Gepäckmasse zu reduzieren. Die Taschen (fancy neumodisch in der Rahmengeometrie versteckt oder althergebracht am Gepäckträger/Lowrider) sind dabei nicht der Knackpunkt. Viele kleine Taschen läppern sich bei der Masse. Und können obendrein recht unpraktisch sein, wenn du sie nicht gut voll bekommst. Die Ortliebsäcke haben den Vorteil, dass du alles reinhauen kannst, das fügt sich schon irgendwie nebeneinander. Und organisieren kann man es formflexiblen Taschen.
Am meisten Masse kannst du bei Dingen sparen, die du gar nicht erst mitnimmst. Die Tagesetappenlänge ist faktisch irrelevant. Aber die drei Tage lassen z.B. schon zu, dass du dich auf Wetterprognosen verlässt, deine Übernachtungen vorplanst und ggf. auch die Verpflegung.
Ich halte nicht viel davon, sich diverse Ausrüstungsgegenstände mehrfach zuzulegen, nur um Richtung
ultraleicht zu gehen, was dann unter bestimmten Voraussetzungen noch ne solidere Alternative braucht. Beispiel: Ultraultraleichtzelt mit Mesh-Innenzelt mag was für gutes Wetter im Sommer sein, wenn du aber für die Übergangszeit ein anderes Zelt zusätzlich noch brauchst - nunja, das kann jeder selbst entscheiden, obs das braucht - mein ökologisches Gewissen legt da genauso ein Veto ein, wie der Schatzmeister in mir. Dann lieber paar Gramm schwereres Zelt und universeller einsetzbar. Beim Schlafsack ists ähnlich, etc. (wobei ich da auch zwei habe und über nen dritten nachdenke).
Am meisten sparst du wie gesagt bei Dingen, die daheim bleiben können. Brauchts bei drei Tagen Kochzeug? Alles in der Waschtasche? Große Werkzeugsammlung, wenn die Reisegegend gut erschlossen ist? Regenzeug, wenn gutes Wetter angesagt?
Kondensthema hatten wir ja schon - definitiv ein Zweiwandzelt nehmen (alles andere ist in der Praxis quatsch und Zweiwandzelte gibt es wirklich auch extrem leicht - wenn es noch leichter sein soll, geht es eher in Richtung Tarp oder "freier Himmel") und Kondenswasser innen am Außenzelt ist physikalisch bedingt und faktisch nicht vermeidbar. Belüftung kann da helfen, aber nicht unter allen Witterungsbedingungen und auf andere Kosten (z.B. Abkühlung im Zelt). Doch was ist das Problem mit den Packtaschen im Vorzelt? Meine sind allesamt wasserdicht, die stört es auch nicht, wenn da mal ein Kondenstropfen drauf fällt.
