Der von Euch gewählte Reisezeitraum ist noch Hochsaison, zumal die auf dem Jakobsweg noch immer zahlenmäßig am häufigsten vertretenen Spanier dann meist Urlaub haben. Ich bin zuletzt auf dem Camino francés in drei Jahresetappen zu Fuß unterwegs gewesen (2015, 2017 und 2018). Da wir uns ebenfalls die Pilgerherbergen ersparen und unsere Tageskilometerleistung (wir waren ab 2015 mit unserem damals achtjährigen Sohn unterwegs) genau festlegen wollten, hatten wir im Vorfeld eine detaillierte Etappenplanung betrieben und alle Unterkünfte vorab schon vorgebucht. Meist kamen wir für ein Dreibettzimmer mit 60-80€ aus, oft auch darunter. So konnten wir auch Nachmittags noch entspannt laufen, ohne uns Sorgen zu machen, dass es mit einer Unterkunft eng werden könnte. Gut, wir waren zu Fuß unterwegs, dann ist man auch nicht so flexibel, mal eben ein paar Kilometer bis zum nächsten Ort zu weiterzulaufen. Aber auch mit dem Fahrrad plant man in der Regel seine Etappen ein wenig vor und dann spricht aus meiner Sicht auch nichts dagegen, sich auch schon um Unterkünfte zu kümmern, zumal dann auch schon klarer wird, welches Reisebudget man veranschlagen muss.
2004 war ich damals in einem Heiligen Jahr mit dem Rad auf dem Camino francés unterwegs. Damals hatte ich nichts im Voraus reserviert. Bis Galizien war das auch kein Problem, doch schon ab Villafranca del Bierzo (letzte größere Stadt in Castilla-León und vor dem Cebreiro) war es dann schwierig, sodass ich mehrfach nicht dort übernachten konnte, wo ich es eigentlich geplant hatte. Einmal musste ich - ich glaube, es war in Arzúa - sogar in einem fensterlosen Zimmer übernachten.
Insofern würde ich - wenn Ihr sonst Eure Radreisen auch in Hinblick auf Übernachtungsmöglichkeiten gern etwas vorplant - Euch dies für den Camino francés ebenfalls empfehlen, zumal Ihr ja die Pilgerherbergen meiden möchtet.
Viele Grüße
Martin