Rücksicht und Toleranz gegenüber anderen nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmern erhöht meine eigene Freude, Entspannung und Sicherheit beim Radeln. In meinen Augen ist sogar aus rein egoistischer Sicht eine defensive Fahrweise gewinnoptimiert…..
Ich bin meistens der, der überholt, aber wenn ein anderer langsamerer Radler, Skater oder Fußgänger vor mir ist, klingel ich so weit vorher und gehe vom Gas, daß der andere Zeit hat, ohne Hektik den Weg frei zu machen. Meist bedanke ich mich dann im vorbeifahren. Sehe ich Kinder, alte, wacklige Senioren oder Hunde, gehe ich bis auf Schritttempo - oder noch weiter runter, da sie im Grunde unberechenbar reagieren - aber sobald ich diese Unberechenbarkeit mit einrechne , sind sie es nun halt doch nicht mehr

. …und danach wieder ordentlich beschleunigen macht mir sogar Spaß. Noch nerviger als dummdreiste Raser sind die Idioten (Radler, Jogger und Fußgänger), die die Außenwelt mittels Kopfhörern akustisch ausblenden.
Falls ich mal gemütlich fahre, schätze ich es sehr, wenn ein Schnellerer hinter mir rechtzeitig Zeichen gibt, so daß ich entspannt etwas weiter nach rechts gehen kann. Wenn mich aber ein Vollidiot ohne Ankündigung rechts überholt, muß er damit rechnen, daß ich ihm nachsetze und wahrscheinlich auch ziemlich schroff anbelle. Mit etwas Wut im Bauch kann ich ziemlich schnell werden, so daß auch die meisten Rennradler dumm aus der Wäsche schauen, wenn der kürzlich rücksichtslos überholte Tourer plötzlich links neben ihnen auftaucht und einen Stinkefinger zeigt
Was ich ganz besonders vorsichtig überhole, sind Reiter. Da klingel ich schon lange vorher und warte erst auf das Signal des Reiters, daß er mich bemerkt und seinen Gaul darauf vorbereitet hat. Mit einem Gaul, der mir vors Vorderrad läuft, mag ich mich nicht anlegen.
Viele Grüße / Micha