Was dieses Thema "Wieviel Rad möchte/kann ich mir leisten?" ist in der Tat ein sehr persönlich-subjektives Thema.
Mir hat es jedenfalls geholfen, anfangs eine Zeit lang diverse weniger teure oder solide Räder zu fahren. Mit jeder Radtour und jedem Rad macht man Erfahrungen, die irgendwann vielleicht in DAS EINE Rad münden. Dafür sollte man sich Zeit lassen. Muss dann ja kein Ti-Rohler sein. Also wurde bei mir irgendwann das schwere Stevens-Stahlross abgeschafft, das Ultegra-Rennrad verscherbelt, das zickige MTB an den Nagel gehängt. Und so steige ich jetzt äußerst zufrieden auf das Stevens Randonneur, das mir so ein Rundumzufriedengefühl vermittelt, das ich bisher nicht kannte.
Wenn man beispielweise nicht so geübt ist in Do-it-yourself-Fahrrad-Technik, kann es z.B. schon besser sein, für eine große Radtour in Lappland keine Hi-Tech-Scheibenbremse zu haben, sondern eine stinknormale Deore V-Brake, an der eigentlich jeder problemlos rumwerkeln kann.
Ich habe gelernt, dass mein hochgelobtes und geliebtes Maxcycles, das ich 12 Jahre gefahren habe, auch diverse Schwachpunkte hatte. Das bedeutete in letzter Konsequenz aber nicht, dass man ein Rad haben müsste, dass in allen wesentlichen Punkten die besten Bauteile hat. Es müssen nur die passenden sein. Auf die Summe kommt es an. Und auch eine Rohloff hat vielleicht ein paar nicht ganz so tolle Eigenschaften, die man sich vorher so nicht vorstellen konnte, bis man sie selber gefahren hat oder neben einem Rohloff-Rad hergefahren ist.
Mir imponiert es, dass jemand eine große Radreise mit einer NuVinci macht, wohl wissend, dass ihm der französische Dorfschmied bei einem Defekt wohl nicht helfen können wird. Und es ist sehr verdienstvoll, dass berndbrot hier mitteilen kann, dass das Ding 3000 km problemlos gelaufen ist. Solche Aussagen bringen einen weiter - mehr als Aussagen in Hochglanzprospekten.
Dafür den Daumen hoch. Auch für das schöne Patria!
