Hallo zusammen,
es ist schon komisch, wie leicht sich die Helmgegnerfraktion aufscheuchen läßt ... und mit welch missionarischem Eifer sie das Nichttragen eines Fahrradhelmes verbreiten wollen.
Und trotzdem - oder vielleicht gerade deshalb: ich werde weiterhin einen Helm zu meinem Schutz tragen.
Und ich werde es auch weiterhin als verantwortungslos bezeichnen, seinen eigenen Kindern einen Helm zu verschreiben und selbst dann mit schlechtem Beispiel voran zu gehen (oder fahren).
Warum? Ganz einfach: laßt ihr eure Kinder auch an einer roten Fußgängerampel stehen und geht selber über die Straße? Nein? Warum eigentlich nicht? Beinahe jeder Erwachsene kann doch denn Verkehr gut genug abschätzen, um auch ohne sich zu gefährden eine roten Ampel zu überqueren. Und trotzdem macht es kaum jemand in Begleitung seiner Kinder ... man nennt das übrigens Vorbild sein und es ist ein (leider doch zu oft vergessenes) gutes Mittel der Erziehung.
Man könnte jetzt natürlich auch sagen: meine Kinder tragen auch keinen Helm beim Radlen, denn ein solcher schützt ja nicht ... nun, dagegen fehlen mir tatsächlich die Argumente. Die haben mir aber auch gegen die vielen Gurtmuffel der frühen 80er gefehlt ... komisch, heute zweifelt niemand mehr die Schutzwirkung eines Gurtes an.
An die Statistik-Fetischisten: Nein, ich werde sicher nicht versuchen, Gegenstatistiken hervorzukramen oder sonst wie meine Argumentation durch Zahlenmaterial zu untermauern. Denn solche Statistiken taugen in meinen Augen kaum etwas ... weder um eine Pro- noch eine Kontra-Meinung zu stützen. Was fehlt, sind nachvollziehbare Crashversuche.
Solange es solche nicht gibt, sind mir u.A. eigene Erfahrungen ein wichtiges Indiz. Und wenn mir ein Helm schon mal das Leben gerettet hat, dann ist das ein sehr wichtiges Indiz.
Wie ich schon an anderer Stelle schrieb: jeder Erwachsene soll das für sich selbst abwägen und entscheiden. Nur bin ich der Meinung, dass wir unseren Kindern gegenüber eine viel zu große Verantwortung tragen, als dass wir ihnen diese Entscheidung selbst überlassen können.
Mag ja sein, dass es keinen endgültigen und nachprüfbaren Beweis für die Schutzwirkung eines Helmes gibt. Aber eines ist ganz sicher: er schadet nicht und ohne schützt nix den Kopf.
So frage ich mich also, wer selbst keinen Helm tragen will: OK, sei´s drum. Aber was bringt es, einen anderen vom Helmtragen abbringen zu wollen? Ich kann ja nachvollziehen, warum man jemanden zum Helmtragen überreden möchte, wenn man selbst glaubt sich dadurch schützen zu können. Aber worin zum Teufel besteht die Motivation, jemand anderem vom Helm tragen abbringen zu wollen? Außer vielleicht, man wünscht ihm/ihr böses
Gruß, André