Sowas hatte ich auch eine Weile vermutet. Inzwischen glaube ich, dass es nicht an Produktions- oder Materialschwankungen liegt, sondern an der Frage "gefedert oder ungefedert". Bei ansonsten gleicher Lederdicke scheint das Leder des ungefederten Modells grundsätzlich härter zu sein als das des gefederten. Keine Ahnung, ob Brooks das Leder unterschiedlich vorbehandelt oder ob es unterschiedlich stark vorgespannt ist. Eventuell wird der Effekt dadurch verstärkt, dass sich Modelle mit drei Löcher in Satteldecke schneller dehnen als Modelle ohne diese Löcher.
Grüße, Bernd
Das glaube ich nicht.
Ich besitze seit ca. 10-12 Jahren einen Countess, also das Mädchen-Aquivalent zum Conquest. Obwohl ich nun gar nicht wie ein Mädchen aussehe, hat mir damals Ahnungslosen der oft gepriesene Fachhandel vor Ort diesen verkauft. Komme aber einigermaßen klar mit dem. Dessen Leder ist weich und es ist deutlich zu sehen, wo die Anpassung stattgefunden hat.
Nun habe ich vor ein paar Monaten für mein neues Rad einen Conquest hier im Forum erworben. Der hat schon deutliche Gebrauchsspuren, ist aber trotzdem noch überhaupt nicht nachgespannt. Hatte mich gleich gewundert.
Der Sattel ist für mich nahezu unfahrbar. Ich habe ihn komplett zerlegt, mehrmals schon ordentlich gefettet, zuletzt in meiner Verzweiflung sogar mit normalem Lederfett, i.V. mit der guten Backofenmethode. Ich habe ihn mit dem Hammer malträtiert und das Ergebnis ist: Kaum besser - unfahrbar. Das Leder ist knallhart. Kein, und zwar überhaupt kein Vergleich zum Countess.
Glücklicherweise gelang es mir, das Herstellungsdatum der Lederdecke zu ermitteln. Die Kuh wurde offensichtlich 12.000 Jahre v.Chr. geboren und befindet sich daher nun im Zustand der allmählichen Versteinerung.
Ich vermute, dieser Sattel hatte schon einige Besitzer und wurde nach Erreichen der persönlichen Verzweiflungsstufe dann jeweils weiter verhökert. Zumindest hier im Forum wird das jetzt aber nicht mehr passieren.