Marcin, Du hast es genau richtig wiedergegeben.
Auch wenn die Drehmomente nicht immer vergleichbar sind (und die Folgen im Versagensfall auch nicht immer, wackelndes oder gefressenes Pedal ist nur blöd, abgerissene Achsen beim Radl kommen an platzende Radmuttern am Auto schon hin), grundsätzlich kann man solche Verschraubungen gut vergleichen.
Die Radschrauben am Auto darf man nicht fetten, weil, genau wie bei jeder anderen Schraube, bei verminderter Reibung im Gewinde dasselbe Drehmoment eine wesentlich höhere Vorspannung (ggf. zu hoch, hart an/über der Streckgrenze)der Schraube erzielt, und dann die Schraube besser gleich oder im schlimmsten Fall während der Fahrt reißt.
Jetzt könnte man natürlich für die "alte", nicht zu hohe Vorspannung bei geschmierter Schraube das Anzugsdrehmoment entsprechend reduzieren. Kann man natürlich machen, aber dann ist die Selbsthemmung = Sicherung der Schraube gegen Lockern durch die Reibung im Gewinde, die eh schon durchs Fett reduziert ist, noch geringer, d.h. die Schraube muß meistens separat gegen Lockern gesichert werden.
Solche Fälle (Schrauben definiert geschmiert, angezogen und separat gesichert) gibt's überall, das geht dann mit Kronenmuttern + Sicherungsdraht oder Splint, definiert angezogene Kontermuttern oder div. andere Maßnahmen, die separat gegen Lockern und Verdrehen wirken. Für den selberschraubenden Autobenutzer aber Overkill, deshalb gilt da: Gewinde sauber, ohne Rost und ohne Fett.
lG Matthias
PS.: Mit dem Stichwort "Korrosionsschutz" hab ich Bauchweh bei Kupferpaste. Mir persönlich wäre eine Keramikpaste oder irgendeine andere metallfreie, nichtschmierende Montage-/Antifreßpaste lieber als Kupferpaste, weil rein gefühlsmäßig (Stichwort elektrochemische Spannungsreihe, Kontakkorrosion etc.) u.a. dann Aluminium (hoffentlich dick eloxiert), Normal-Stahl, legierte Stähle und dann auch noch Kupfer einen elektrochemisch interessanten Mix bilden können. Dazu Streusalzpampe als Elektrolyt und es wird ganz "spannend" im Wortsinne.