hi,
der artikel ist allerunterstes niveau, und ich ärgere mich jedes mal maßlos, wenn ich sowas lese - gern übrigens auch in österreichischen käseblättern. dieser autor scheint sich aber irgendwo mit reichlich verbalen versatzstücken gegen den wiener an sich eingedeckt zu haben und musste die nun endlich mal anbringen, um zu beweisen, wie originell er vorurteile verpacken kann. ich bin jeden tag mit dem rad in wien unterwegs, kenne auch den vergleich mit anderen (deutschen) großstädten und kann mich wirklich nicht beschweren. natürlich kann man immer noch viel mehr machen, um den radfahrern das leben einfacher und den autofahrern schwerer zu machen, aber diese polemik haut leider ganz gewaltig daneben. ein beispiel:
Drängeln in engen Gassen gehört in der Kapitale der grimmigen Gemütlichkeit
da ist der werte herr glauber wohl im 7. bezirk unterwegs gewesen... hier (mit grünem bezirksrat

) sind nämlich inzwischen so gut wie alle einbahnstraßen für fahrradfahrer in der gegenrichtung aufgemacht worden. und im 7. ist es wirklich so eng, dass es in vielen gassen eigentlich nur eine fahrspur geben kann. da kann es dann schonmal eng werden, und wenn mir als radfahrer ein lkw entgegen kommt, dann weiche ich schonmal zwischen die parkenden wagen aus, weil der mir gar nicht ausweichen kann, selbst wenn er wollte.
fazit: auch in wien gibt es jede menge a***löcher auf vier rädern. aber prozentual sicher nicht mehr als in jeder anderen stadt auch. dass es kein gemeinsames verkehrskonzept gibt und die radverkehrsplanung von den bezirken gemacht wird, gehört dringendst abgeschafft. und dass es auf jeden fall sehr viel mehr radwege geben sollte, weil es jetzt im sommer auf den bestehenden schon extrem voll ist (nicht zuletzt wegen der vielen reiseradler

), steht ebenso außer frage. dazu kommt sicher auch, dass wien gerade in den inneren bezirken einfach extrem zugebaut und eng ist - vernünftige verkehrsplanung scheitert häufig am fehlenden raum. es gibt noch jede menge anderer dinge, die ich als radfahrer in wien gern schnellstens ändern würde. letztendlich fühle ich mich aber hier gar nicht so unwohl, und eins bin ich mit dem rad auf jeden fall: schneller am ziel als mit auto oder öpnv - so schlimm kann es also gar nicht sein.
lg nantke