Hallo,

eine eintauchende Federgabel verkürzt den Radstand und macht den Lenkkopf steiler. Beides verstärkt vorhandene "Fahrwerksprobleme".

Ist Deine Freundin nach dem Unfall schon mal diese Geschwindigkeit gefahren? So, wie ich Deinen Post verstehe, schon. Wenn vorher noch nie mit dieser Geschwindigkeit gefahren wurde, kann man im Nachhinein nicht sagen, ob sich etwas verändert hat, oder ob der Fehler von Anfang an vorhanden war.

Als Ursache kommen nach meiner Erfahrung (und wie zum Teil auch bereits erwähnt) in Frage:

Lagerschäden (Spiel) an Laufrad und Steuerlager, insbesondere hier führt auch Schwergängigkeit oder "Einrasten" in der Geradeausposition zu den genannten Problemen.

Ungünstige Beladung/lockerer Gepäckträger.

Seitenschlag/Unwucht der Bereifung, in seltenen Fällen auch abgefahrene Bereifung oder falscher Luftdruck.

Schräger Laufradeinbau, Verzug oder (beginnende) Rissbildung am Rahmen.

Veränderte Sitzposition und daher andere Lastverteilung auf Vorder- und Hinterrad, zum Beispiel durch anderen Lenker oder Vorbau.

Die Suche ist langwierig und nicht immer erfolgreich. Wenn das Rad vorher bei dieser Geschwindigkeit getestet wurde und stabil war, dann muss es auch zu finden sein.

Dass die Federgabel einseitig defekt ist, ist möglich, aber eher unwahrscheinlich. Es sei denn, sie ist auf beiden Seiten identisch und sinkt nun deutlich weiter ein als vorher (z.B. Feder gebrochen). Es ist generell nicht unüblich, bei Federgabeln in einem Holm die Federung und im anderen die Dämpfung unterzubringen. Da beide Tauchrohre über die Vorderradachse (ist die denn noch fest angezogen?) und die Tauchrohrbrücke (falls verschraubt; Schrauben noch fest? Je nach modell Cantisockel noch fest?) verbunden sind, sollte bei rechts- und Linksfahrt von dort kein Unterschied herrühren. Theoretisch.


Ich wünsche in jedem Fall viel Erfolg bei der Suche.

Grüße
'hans-albert'