Eine Probefahrt beim Fahrrad ist doch reine Verkaufstaktik bzw. Verkaufspsychologie. Hat der Verkäufer den Kunden in ein Verkaufsgespräch verwickelt und soweit geführt, dass er die Frage nach der Probefahrt stellen kann, denkt sich der Kunde: was für ein guter Service, sogar Probefahrt, dafür gibt man gerne auch mehr aus, Qualität hat seinen Preis, und die Probefahrt kostet ja noch nichts, nehm ich doch gerne auch noch mit. Er kommt dann aber nach zwei Runden auf dem Parkplatz ganz klein zurück, denn jetzt fühlt er sich geradezu verpflichtet, die Sache auch zu kaufen, da er sie ja durch die Probefahrt quasi schon in Besitz genommen hat. Genau dieses Gefühl ist beabsichtigt. Der Händler kennt ja die Käufer und hat in den zwei Minuten Probefahrt schon noch ein wenig Zubehör bereitgelegt …

Neulich wollte ich mir einen Helm kaufen, setze im Laden einen auf, sehe, dass der mir wie ein Ballon steht, und höre den Verkäufer leise sagen: „Ja, genau so muss das aussehen:“ Vor nicht allzu langer Zeit habe ich mein Fahrrad restauriert und brauchte Felgen. Rief ich also einen Händler in meiner Umgebung an, fragte, ob er die bestimmten Mavic-Felgen hätte, nein, sagte er, er hätte nur Rigida, also ließ ich mir den Preis von dieser nennen. Für eine durchschnittliche Rigida wollte der soviel, wie ich online für eine erstklassige Mavic bezahlt hätte. Also fragte ich ihn noch, wieso er eigentlich keine Mavic hätte, darauf er: weil Mavic viel zu teuer sei und außerdem Probleme bei der Entsorgung machen täte

Soviel nur als Beispiel zu der tollen Beratungsleistung von Verkäufern. Kann ich sehr gut drauf verzichten. Ich muss die Sachen auch nicht befingern, kann ich sowieso nicht viel feststellen und die Rahmenhöhe heraus zu finden, ist nun wirklich so gar kein Hexenwerk. Ich bin 10 Jahre mit einem 9cm langen Vorbau gefahren und habe jetzt einen mit 11cm. Der Unterschied ist zwar vorhanden, aber jetzt nicht wirklich weltbewegend, da muss man keine Dissertation drüber schreiben, geschweige denn lesen.

MfG