Nein, das siehst Du zu eng. Der Hersteller empfiehlt im Handbuch ausdrücklich bei interner Ansteuerung die Führung über die Sattelstrebe. Noch konnte mir niemand erklären, warum die Hersteller von Komplettfahrrädern das praktisch vollständig ignorieren und so wie zu Zeiten der Erfindung der Kettenschaltung über das Tretlager ziehen.
Nur diese eine Kombination vom interner Ansteuerung und Leitungsführung über das Tretlager erzeugt überhaupt die Notwendigkeit, beim Kettenspannen die Leitung zu regulieren. Bei jeder anderen Zusammenstellung ist das völlig ohne Einfluss. Und da nehme ich es mir als Instandhalter auch ohne akademische Bildung tatsächlich heraus, diese Kombination als einfach falsch bis bescheuert zu bezeichnen. Es geht in jeder anderen Anordnung besser. Wenn das Aussehen den Nutzen einschränkt (neudeutsch »Wegen der Optik«), dann ist es besser, wenn sich der Konstrukteur sein Lerhrgeld erstatten lässt. Immerhin kostet dieses Fahrzeug richtig Geld, da sind Murkslösungen in keiner Weise akzeptabel.
Was nun die Bremse betrifft, bei V-Bremsen brauchst du jedenfalls kein Laufrad rauszunehmen. Splint rausziehen, Sohle rausdrücken, neue reinschieben und Splint reindrücken. Das Seilwiderlager der Schaltansteuerung ausbauen ist nämlich ein bisschen lästig. Dazu müssen beide Spannschrauben raus, die Seile aber tunlichst nicht. Du bekommst sie nur sehr schwer wieder in die Bajonettkupplungen.
Dass bei Scheibenbremsen in derzeit erhältlicher Bauart entweder das Laufrad raus oder die Zange ausgebaut werden muss, hat damit nichts zu tun. Das T900 gibt es nicht mit Scheibenbremsoption und schon die alte MZ ETZ250 hatte schon vor 20 Jahren eine Bremszange, bei der die Sohlen in Einbaulage nach oben aus- und eingebaut werden konnten. Technisch möglich ist einiges, auch wenn es derzeit niemand liefert.
Die Ablehnung von Felgenbremsen resultiert aus dem Miterleben eines Felgenbruches mit ziemlich üblen Folgen. Das habe ich aber schonmal geschrieben. Darum ging es hier aber eigentlich nicht.
Falk, SchwLAbt