Hallo FraGe,
ich bin der Meinung, dass man nicht immer sofort zum Arzt rennen muss, wenn man einen Unfall hatte. Voraussetzung dafür ist aber, dass du deinen Körper kennst und auch in ihn reinhören kannst (und eventuell auch schon eigene Erfahrung damit hast). Wenn du merkst, irgendwie bewegt sich mehr als vorher, oder du hast Schmerzen, die über die einer normalen heftigen Prellung hinausgehen, gerade bei Bewegung, dann solltest du zügig los.
Eine andere Seite ist, wie auch schon angesprochen, die versicherungstechnische Seite, gerade bei fremdverschuldeten Unfällen: Du kannst derbe Probleme bekommen, wenn du erst nach drei Tagen zum Arzt gehst und die körperlichen Folgen aufnehmen lässt. Wenn die Versicherung sich querstellen will, kann sie dann argumentieren, dass das keine direkte Folge des Unfalls war.
Dazu kommt dann noch die eigenen positiven/negativen Erfahrungen mit Ärzten: Ich bin ja letzten August in ein Auto reingefahren, direkt aufgestanden, mich bewegt und gemeint: schwere Hüftprellung, Kratzer an den Beinen, keine Probleme mit Kopf und Nacken. Und genau das wollten die mir im Krankenhaus nicht glauben: MRT-Aufnahmen, etliche Röntgenbilder aus verschiedenen Winkeln, auf denen man aber nicht viel von Hals-/Nackenwirbeln erkennen konnte. Also Vorsicht, Schiene, absolute Ruhe. Am anderen Tag kam dann der Chafarzt rein, lies mich einmal den Kopf um den hals kreisen und sagte zu den anderen: Wenn der volle Bewegungsumfang ohne Schmerzen da ist, dann ist da nichts mit. Also raus aus dem Haus. Das Problem war nur die Hüftprellung, die aber auch richtig behandelt wurde.
Und gegen Belastung bis zur Schmerzgrenze ist eigentlich auch nichts zu sagen, solange man sich da ganz vorsichtig annähert und beim leichten Schmerz aufhört, und nicht weitermacht, bis die ober Schmerzgrenze erreicht ist.
ist das lang peinlich
Josef, der sich im März nach Kreuzband-OP endlich wieder auf Rad schwingt.

PS: @Wolfrad: Ja, ich habe den Unfall-Rahmen verschrottet.