Hallo liebe Fachleute im Forum,

Im Juli war dogfish so nett, mein neues Patria unter "Unsere Räder" vorzustellen.
"VSF All-Ride" Patria von "wolfk" Seite 41.

Leider stellten sich mit diesem Rad nach kurzer Zeit Probleme mit einem massiven Aufschaukeln des Rades ein, die ich während einer Rügentour im August bemerkte.

Nach längeren Hin und Her hat mein Händler das Rad an Patria geschickt, um das Problem beheben zu lassen.

Heute fand ich folgenden Vermerk meines Händlers nach Rückkehr aus dem Urlaub in der Post:

Ich lasse den folgenden Text bewusst unkommentiert und bitte um Hinweise, wie Ihr die Aussagen bewertet.

Zitat Anfang

nach (ausführlichem) Telefonat mit J. Kleinebenne niedergeschrieben am 27.10.2005

Problematik des Aufschaukelns bei Freihändig- oder Einhändigfahrten. Das Aufschaukeln entsteht dadurch dass sich mehrere Faktoren addieren.

Herr Jochen Kleinebenne, GF Fa. Patria, hat hierzu sehr umfangreiche (schon wissenschaftlich-technische) Studien in Theorie und Praxis durchgeführt. Ergebnisse:

Steifigkeit & Festigkeit von Rahmen und Gabel dieses Modells sind überdurchschnittlich. (Besser sogar als viele Rennräder!)

Alle Winkel des Rahmens sind exakt eingehalten. Mit seinen Worten „ Das Rad ist gesund!“

Wenn man dieses Fahrrad zum aufschaukeln bekommt ist der Faktor „Mensch“ der größte Faktor.
(Der zeitgrößte ist der Big Apple in 60 mm Breite.)

Die Sattelneigung und die dadurch erzielte Körperhaltung sind die Hauptursache für das beginnende Aufschaukeln. (Gesamt-Fahrzeug-Schwerpunkt) So wie der Sattel aktuell eingestellt ist, rutsche der Körper/Po des Fahrers bereits nach wenigen gefahrenen Metern nach vorn, die Oberschenkel drücken stärker auf die Sattel-Seiten und der Schwerpunkt des gesamten Fahrzeugs verändert sich. Der gewählte Ledersattel („Brooks Flyer Anmerkung von mir“) verstärkt den „Schimi-Effekt“ (wird so in technisch-wissenschaftl. Literatur bezeichnet) da er im Sattelnasenbereich sehr steif ist und direkter Übertragung von Mensch zu Rad ermöglicht/realisiert, als z.b ein weicher Gel-Sattel.

Das seitliche Aufschaukeln wird verstärkt durch den großvolumigen glattprofiligen Reifen. Durch alle Faktoren zusammen pendeln sich Fahrzeug & Fahrer aus der gedachten „Fahrlinie“ heraus. Dies erhöht sich, wenn der Luftdruck reduziert wird. Als Fazit kann man sagen, dass man sich für den erhöhten Fahrkomfort des 60er Big Apples zwangsweise diese Faktoren „mit erkauft“ hat. Wahlweise könnte man eine –schmalere- Bereifung wählen (und die Körperhaltung –ins Gesündere hinkorrigieren) – dieses würde das Aufschaukeln deutlich reduzieren.

Herr Kleinebenne ist aktuell mit seinen praxisgerechten Forschungen zum Thema „Aufschaukeln durch B.A. weiter als Schwalbe selber (oder aber Schwalbe spricht dieses Manko nicht SO in der Öffentlichkeit an/aus.)

Die Wahl wäre jetzt einen schmaleren Reifen (z.B. den Marathon XR in 50-622) mit den angesprochenen geringerem Komfort (im Vergleich zum 60-622 B.A.) zu montieren. Als wichtigsten Punkt sprach Herr Kleinebenne aber den Faktor Mensch an – also eine Korrektur der Körperhaltung & der Sattelneigung.
Zitat Ende