ich war früher mountainbiker und kann bestätigen, daß man eine kettenschaltung ab LX aufwärts noch unter gaaanz anderen bedingungen schalten kann, auch wenn die kurbel fast steht
Fragt sich nur wie hoch dann der Verschleiß ist. Habe mein Hercules ca. 9000km mit Kettenwürger XT 3/9 fach gefahren. Jeweils nach etwa 3000km war ein neues Ritzelpacket und Kette fällig. Die Schaltung mußte ich noch viel öfter neu einstellen. Danach habe ich das Rad auf Rohloff umrüsten lassen. Habe jetzt fast 16000 km auf dem Tacho und habe außer gelegentlichem Schmieren der Kette noch nichts dran machen zu brauchen. Schaltung und Antrieb funktionieren wie am ersten Tag ohne irgend etwas nachgestellt zu haben.
Das gleiche kann ich auch zu meinem Birdy sagen. Bin seit April etwa 3500 km damit gefahren, ohne die geringsten Probleme.
jetzt fahre ich mit einer shimano-getriebenabe. diese kann man immerhin unter halblast schalten (was sich aber wohl dann auch etwas ungünstig auf die gesamtlaufleistung auswirkt, aber das ist ein anderes thema).
so eine getriebenabe hat viele vorteile, aber beim schalten am berg verliert man gegenüber einer kettenschaltung viel kraft, denn erst muß man kurz mehr als eigentlich nötig ins pedal drücken, um genug schwung zum lastlosen schalten zu haben und dann verliert man während des schaltens mehr geschwindigkeit, als man vorher zusätzlich schwung geholt hat. muß man das ein paar mal hintereinander machen, verliert man sehr viel.
Ich für meinen Teil tue mich mit der Rohloff leichter, vor allem bei vielen Geländewechseln. Ich kann absolut nicht finden, daß ich bei Schaltvorgängen in der Steigung viel Kraft verliere. Ist halt auch nur ein sehr sehr kurzer lastloser Moment beim Schalten, so daß ich da kaum Geschwindigkeit verliere. Ist aber eine subjektive Meinung von mir.
ja ja, ich weiß ... die meisten hier schalten auch ihre kettenschaltungen schonend ohne last. aber es ist und bleibt nunmal einer der wenigen vorteile, daß man mit einer kettenschaltung noch schalten kann, wenn mit getriebe gar nix mehr geht.
das ist übrigens einer der hauptgründe, warum sich die rohloff im mtb-bereich (für welchen sie ihr erfinder ursprünglich erfand!) nicht durchsetzt, wohl aber unter reiseradlern und alltagsradlern, welche quasi nie in solche extrem-schaltsituationen kommen, wie sie im geländesport auftauchen.
Ich fahre halt keine Rennen und auch keine extremen Querfeldeinpassagen. Bei mir kommt es halt mehr auf Komfort und Verschleißarmut an, als um ein paar Sekunden Zeitgewinn.
das einzige, was man mit einer getriebeschaltung besser kann, wenn man zu spät geschaltet hat, das ist stehenzubleiben, im stand zu schalten und wieder im untersten gang anzufahren. aber wer macht das schon ?
Ist mir mit der Rohloff noch nie passiert. Mit der Kettenschaltung schon. Wenn dann das Rad noch vollbepackt ist, hat man halt ein Problem.
Mal eine Frage ganz zum Schluß: Bist Du überhaupt schon mal ein Rad mit Rohloff gefahren?