Hallo,
ich lebe meine inzwischen 48 Lebensjahre nahezu völlig autofrei und habe eine Menge Erfahrung mit Fahrrädern.
Mein persönlicher Tipp: Kaufe 2 Fahrräder.
Ein Pendelfahrrad für die Stadt. Aktuell habe ich ein Pardus Stadtrad mit Dreigangschaltung und Rücktritt. Das hält schon seit fast 10 Jahren und hatte ausser einer neuen Rohrschelle für den Drehmomentaufnehmer des Rücktritts noch keine Reparatur. Neupreis waren damals 249 Euro, ich glaube günstiger kann man nicht zur Arbeit kommen, ausser Du schaust bei Gebrauchtverkäufen des Fundamtes oder der Bahn, wenn die mal wieder ihre Fahrradständer von "Langstehern" befreien. Die werden oft sogar im Zuge von ABM-Maßnahmen instandgesetzt. Und ich kann es selbst in Frankfurt am Main nachts draussen abstellen, ohne, dass es geklaut wird. Mein Ersatz wäre das Gazelle Esprit. Ein absolut robustes Stadtrad, nahezu wartungsfrei und witterungsbeständig. Die Niederländer haben eine sehr lange Fahrradtradition und wissen, wie man günstige, alltagstaugliche Gebrauchsfahrräder baut. Freilich ist es kein Sportrad und wegen der Rollenbremsen auch kein Reiserad für viel Gepäck.
Und ein Reiserad: Vorzugsweise Mavic 719 28"-Felgen oder noch lieber 26"-Felgen. Entweder eine 2x11-Schaltung oder eine Shimano Alfine, ggfs. mit einer vom Standard abweichenden Kombination aus Ritzel und vorderem Kettenblatt. Als Bremse eine Magura HS 22, Nabendünamo und daueraktivierte Beleuchtung. Keine Klickpedale. Ein Gepäckträger, der es erlaubt die Packtaschen mit möglichst tiefem Schwerpunkt aufzuhängen. Ergolenker mit Binnenhörnchen. Und natürlich eine große indische Fahrradglocke :-)
Wichtig ist, dass das Reiserad nicht über 1500 Euro kostet, ich strebe eher die 1000 Euro an. Ich hatte schon teure Velotraum-Räder und Patria-rchen. Die halten auch nicht länger oder sind noch stärker diebstahlgefährdet als ein Wald- und Wiesenreiserad mit günstigen Komponenten. Lieber habe ich regelmäßig ein neues Reiserad, als ein altes.
Wichtig ist für mich, dass ich das Reiserad eben nicht im Alltag einsetze, denn da ist der Verschleiß und das Diebstahlrisiko definitiv zu hoch. Ich verwende das Reiserad ausschließlich zum Reisen und für Trainingsfahrten, aber nicht im Alltag.
Frage einmal Deinen Arbeitgeber, ob er mit Jobrad kooperiert. Da kann man sich Fahrräder zum Teil per Gehaltsumwandlung finanzieren, bekommt sie durch den Rahmenvertrag vergünstigt und ausserdem ist noch eine Versicherung und ein Wartungsvertrag dabei. Nach drei Jahren gibst Du das Fahrrad einfach zurück und kannst ein neues bekommen. Oder Du kaufst es für den rechnerischen Wert. Vielleicht kannst Du ihn überzeugen, bei Jobrad mitzumachen? Der Nachteil eines Jobrades sind allerdings Beschränkungen bei Auslandsfahrten, da muss man sich nach den genauen Bedingungen erkundigen.