Ich versuche es ein allerletztes mal:
Ein stinknormales Fahrrad mit symmetrischem Hinterbau sollte dir ein Begriff sein?
Die Speichen stehen da in etwa so:
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Wenn du jetzt einen asymmetrischen Hinterbau haben willst, dann bleibt die Position der Felge unverhändert, aber die Nabe wandert nach rechts. Danach stehen die Speichen in etwa so
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(ganz so gut bekommt man das hier nicht hin, der Flanschabstand der Nabe bleibt natürlich gleich.)
Die Kassette wandert mit der Nabe nach rechts. Um dies grundsätzlich zu erreichen, muss die linke Ketten- und Sitzstrebe nach rechts und die rechts Ketten- und Sitzstrebe ebenfalls nach rechts verlegt werden. Dabei geht es um wenige mm oder einstellige cm (die Zahlen hatte iassu oben schon genannt).
Jetzt könnten zwei Dinge passieren:
1) Der Fuß oder die Kurbel kommen der rechten Kettenstrebe zu nahe. Da es hier um mm geht, ist das Problem locker konstruktiv lösbar. Die Variationen von üblichen Rohrdurchmessern und -biegungen sind hier wesentlich extremer. Typische Rennradkettenstreben sind so gebogen:
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Wenn man hier asymmetrisch bauen will, dann führt man lediglich die Biegung im hinteren Bereich stärker aus, dann gibt es vorn im Bereich von Kurbeln und Füßen keinerlei Kollisionen.
2) Da das Kettenblatt vorn an unveränderter Stelle bleibt, verschieben sich die Ausrichtung von Kassette und Kettenblättern um ein paar mm. Nach obigen Beschreibungen soll das aber (nachvollziehbar) keine Probleme bereiten und obendrein tendenziell in vielen Gängen sogar günstiger sein. Würde man sich hieran stören oder würden sich tatsächlich Probleme ergeben, könnte man die Kettenlinie auf Kosten des Q-Faktors um wenige mm vergrößern.
Mein Fazit: rein konstruktiv ist der asymmetrische Hinterbau aufwändiger zu bauen und wird wohl deshalb besonders in der Massenproduktion eher nicht eingesetzt. Außerdem müssen Laufräder genau nach dem Versatz des Hinterbaus zentriert werden (können also nicht einfach im Zentrierständer durch "Wenden" auf mittige Zentrierung überprüft werden). Davon abgesehen, gibt es praktisch aber nur Vorteile.
P.S.: Am Winkel der Speichen auf der Antriebsseite stört, dass diese zu senkrecht stehen. Damit ist in den rechten Speichen die Spannung viel höher als links, wenn man ein halbwegs zentriertes Laufrad haben möchte. Folge davon ist, dass Speichen bei Kettenschaltungsrädern fast ausschließlich auf der rechten Seite brechen. Symmetrische Hinterräder, wie z.B. ein Nabenschaltungshinterrad haben das Problem so nicht.
Und eine Änderung der Nabengeometrie ist auch nicht möglich, weil die Kasette nun mal eine gewisse Breite auf dem Nabenkörper einnimmt.