Hallo zusammen,
ich plane im Moment eine Reise vom Atlantik zum Pazifik (von Pointe du Raz in der Normandie nach Bangkok), wozu ich mir gerne ein neues Reiserad kaufen möchte. Meine bisherigen Touren lagen mit 1000 bis 2000km, bisher nur im europäischen Ausland und wurden alle entweder mit einem 35-40 Jahre alten Dancelli Rennrad mit 105er Schaltung und Seitenzugbremsen (z.B. durchs Massive Central oder die Toscana) oder einem 90er Jahre 0815 Peugeot Rennrad bewältigt. Einfache Technik - nie ein Problem gehabt und glücklich damit gewesen.
Für die jetzige Tour (ca. 16.000km) möchte ich nun doch ein widerstandsfähiges und zuverlässiges Reiserad.
Habe schon etwas verglichen und bin bei Velotraum gelandet. Was schon feststeht: Stahlrahmen, Rennradlenker - kann ich einfach mit persönlicher Vorliebe begründen und will keine Glaubenskriege führen. Über Fragen wie welche Reifen, welcher Sattel etc. bin ich mir ebenfalls sicher.
Wo ich mir unsicher bin sind folgende Fragen, die ich mal mit meiner Meinung kommentiere und auf konstruktives Feedback hoffe.
Welche Bremsen:
Ich tendiere zu V-Brakes. Das sind einfach (hinter den alten Seitenzugbremsen, über die wir für das Vorhaben aber nicht reden müssen) meine "Lieblingsbremsen". Ich hatte an meiner HP Streetmachine und meinem MTB Magura Louise und Avid Juicy Scheibenbremsen, bin mit beiden nie wirklich warm geworden.
Mir sind die Vorteile von Scheibenbremsen wohl bewusst, auch eine HS33 bin ich probegefahren, die mir zwar gefallen hat aber trotzdem sind mir die Vs einfach sympathischer. Ich würde von den V-Brakes nur Abstand nehmen, wenn mir jemand (bitte nicht jemand der wen kennt, dessen Nachbars Schwager das mal gehört hat) begründet darlegen kann, dass ich auf dieser Reise Probleme in folgender Hinsicht bekommen würde:
- zu wenig Bremsleistung bei Abfahrten - es geht auch durch den Himalaya(Systemgewicht ca. 120kg)
- durchgebremste Bremsflanken (Rigida Andra30 Felgen)
Welche (Rohloff) Schaltung:
Eigentlich habe ich mich trotz meiner Vorliebe für Kettenschaltungen etwas auf die Rohloff eingeschossen. Das Gros der Globetrotter ist ja mittlerweile mit der Dose unterwegs und scheint damit zufrieden zu sein. Über viele Probleme habe ich in naher Vergangenheit nicht mehr viel gelesen.Würde von der Rohloff also nur Abstand nehmen, wenn es begründeten Zweifel gäbe.
Eine Frage nur dazu: Zu welcher Schaltbox-Variante würdet ihr mir da raten - da bin ich wirklich unschlüssig.
Letzte Frage:
Nabendynamo oder nicht?
Falls es ein Nabendynamo wird, dann nur ein SON. Der verursacht den geringsten Widerstand und hat den höchsten Wirkungsgrad. Alles andere wäre in dem Fall m.M.n. nur ein schlechter Kompromiss. Was spricht für mich für den SON: Möglichkeit über "The Plug" Smartphone und Akkus zu laden und immer sicher sein, dass man im Dunklen auch eine Beleuchtung hat. Alternativ könnte man das über Solarmodule machen, die ja aber auch in Form von Kilos den Berg raufgefahren werden wollen. Also: Pest oder Cholera? Bisher hatte ich nie einen Nabendynamo (bin mit meinen alten Rädern eher puristisch unterwegs gewesen), mir fällt aber auch kein vernünftiger Grund ein, der gegen den SON am Reiserad spricht.
Okay.. ich bin gespannt auf eure Antworten. Denkt dran, es geht um eine 16.000km Reise und nicht um ein Stadtrad (das hat bei mir weder eine feste Lichtanlage, noch hydraulische Bremsen, noch eine Nabenschaltung)... Und nein, ich habe trotz Vorliebe für alte Rennräder nichts gegen die neue Technik. Ich bin übrigens 23.

Gruß,
Till
Danke für eure Meinungen.