In Antwort auf: kettenraucher
Was ich nicht mehr brauche, sind die Alpen.
Erstens: In den Alpen gibt es naturgemäß wenige Straßen, auf die sich logischer Weise häufig ein irrer und nerviger Straßenverkehr konzentriert. Vor allem bei schönem Wetter gehen mir auf Dauer die rasenden und lärmenden Motorräder, Reisebusse, Wohnmobile und die so genannten Super-Sportwagen gehörig auf die Nerven. Natürlich gibt es auch ruhigere Regionen und selbstverständlich gibt es auch nicht d i e Alpen, denn diese teils wunderschöne und eindrucksvolle Gebirgslandschaft ist nun wahrhaft sehr vielfältig und abwechslungsreich. Natürlich gibt es auch abgelegene Strecken und Wege und sogar richtige Geheimtipps zum Radeln, aber insgesamt gesehen mag ich es als Radfahrer lieber ein bisschen ruhiger. Pauschal gesagt, empfinde ich die Alpen als touristisch und motortouristisch überstrapaziert.
Zweitens: Das Wetter in den Alpen ist in vielen Regionen sehr wechselhaft, um nicht zu sagen sehr, sehr niederschlagsreich. Wenn es sich dort mal eingeregnet hat … meine Güte … und wie intensiv und wie lange es dort regnen und auch im Hochsommer frieren kann … Igitt. Mir persönlich reichen temperatur- und niederschlagsmäßig mitteleuropäische Geländehöhen bis etwa 1.500 m völlig aus.
Drittens: In der ultimativen Freizeitregion Alpen rede ich fast ausschließlich mit Touristen – wie ich selbstverständlich auch einer bin - oder mit Personen, die im touristischen Gewerbe beschäftigt sind. Mir geht dabei – das mag ein persönlicher Tick von mir sein - zu viel reale Reiseerfahrung verloren. Vielleicht hänge ich nur dummen Illusionen hinterher, aber ich mag es, wenn ich abends in der Dorfkneipe als einziger Tourist angequatscht werde mit der Frage, was mich denn in diese zurückgebliebene Gegend verschlagen hätte. Und dann können wir uns einfach über das Leben, die Region oder unseren Alltag unterhalten. Ich lerne dabei viel darüber, wie die Menschen in dieser Gegend ticken und was sie bewegt. Ich liebe das! Ich erlebe gefühlt mehr Tiefe und weniger Oberfläche, die mich ohnehin kaum noch interessiert.