In Antwort auf: CliffordClavin
Hat jemand Erfahrungen bzgl. besonders haltbarer Jeans?

"Besonders haltbar" beim Radfahren kann nach meiner Kenntnis und Erfahrung keine Jeans sein. Naturfasern und speziell Baumwolle eignen sich nicht für besonders scheuerfeste Gewebe. Zum standardisierten Vergleich der Scheuerfestigkeit von Textilgewebe wurde der Martindale-Test erfunden. Relativ robuste und dicke Baumwollstoffe für Polstermöbel erreichen beispielsweise 30.000 Scheuertouren, während einige gute Kunstfasergewebe (relativ dünn) über 100.000 erreichen. In der Modebranche sieht es noch schlechter aus, weil Haltbarkeit von Hersteller, Handel und Teilen der Kundschaft nicht gewünscht wird. Wie oben richtig angemerkt wurde, verkürzt der übliche "used look" die Haltbarkeit nochmals drastisch durch mechanische oder chemische Bearbeitung des Gewebes. Will man auf Baumwoll-Jeans beim Radfahren nicht verzichten, dann käme eine schwere Stoffqualität ohne künstliche Alterungserscheinungen zuerst in Frage - falls man die überhaupt noch findet.

Ursprünglich wurden Jeans auch aus Hanfgewebe gefertigt - eine sehr haltbare Naturfaser. Hanfjeans sind heute wieder käuflich zu erwerben, haben aber ein abweichendes Erscheinungsbild und fühlen sich auch anders an. Beim Radfahren halten diese Jeans nach meiner Erfahrung länger, aber auch nicht ewig. Wie beim Martindale-Scheuertest konzentrieren sich beim Radfahren die Belastungen auf kleine Flächen oder Bruchkanten - schlecht für jedes Gewebe.

Unter sozialen und ökologischen Gesichtspunkten ist das Thema "Jeans" übrigens ein ganz trauriges Kapitel: Vom einst umweltfreundlichen und langlebigen Produkt zum kurzlebigen Wegwerfartikel aus sozialer Notstandsproduktion... Selbst Hanfjeans stellen hier keine Alternative dar: Nach dem Ende der letzten industriellen Hanfwebereien in Deutschland und wegen der geringen Anbaufläche der Faser im Lande importiert man nun gerne aus China...