Also wenn hier Verkehrsunfälle mit Eskimositten verglichen werden, muß ich mich schon fragen, mit welchen Vergleichsmaßstäben hier gearbeitet wird. Für mich ist diese Diskussion leider mal wieder ein Beispiel, daß diverse Missionare (in gutem Glauben) ihre Lebensmaxime als das allein Seligmachende darstellen und für die Gegenargumente nur ein (virtuelles) Achselzucken übrig haben. Ehrlich gesagt, im Moment werden hier Äpfel nicht mit Birnen, sondern mit Steuersätzen verglichen, so entfernt ist für mich Dein Zusammenhang zwischen den bereits genannten Ereignissen.
Von mir aus könnt Ihr ja fahren, wie ihr wollt, egal ob auf oder neben Radwegen oder über rote Ampeln oder was und wie auch immer. Aber man sollte dran denken, daß man immer als "Vorbild" bzw. Vergleichsmaßstab gilt, und deshalb finde ich immer noch Deine und Theodors Aufrufe zur Mißachtung der Verkehrsregeln unintelligent.
Eine menschliche Gemeinschaft kann nur überleben, wenn es verschiedene Grundregeln gibt, die das Zusammenleben regeln. Das ist im Privatleben genau so wie im Beruf oder als Staatsbürger. Im Internet unterwirfst Du Dich ebenso den Regeln wie beim ganz normalen zwischenmenschlichen Umgang (behaupte ich mal, da ich Dich persönlich als doch recht vernünftig einschätze). Warum ? Warum hält man sich hier an Regeln, kann es etwa nicht leiden, wenn etwa ein Ausländer rassistisch angepöbelt wird, aber nimmt für sich das Recht raus, selbst zu entscheiden, welche Regeln man bricht ?
In diesem Fall dürfte man sich auch nicht über die rassistischen Hohlkörper ärgern, die vielleicht ebenso argumentieren wie ihr und deswegen normale zwischenmenschliche Anstandsregeln für uninteressant halten. Ist vielleicht ein etwas harter Vergleich, womit ich auch niemand zu nahe treten will, aber wenn man Deinen Gedanken mit der Freiheit, Regeln nach eigenem Gutdünken zu brechen, weiterdenkt, könnte man zu solchen Überlegungen kommen.
Ach, übrigens: Ich arbeite in einem Umfeld, in dem öfters mal der eine oder andere meiner "Kunden" einen unfreiwilligen Aufenthalt in den hessischen "Kurbetrieben" wegen Straßenverkehrsgefährdung, Fahren ohne Führerschein oder auch Trunkenheit im Verkehr genießt. Eventuell macht mich also mein Beruf etwas sensibler für diese Argumentationen, da der eine oder andere dieser Kunden ähnliche Argumente für sein (Fehl)Verhalten im Strassenverkehr bringt.
Viele Grüße
Andi