Routing im System MagicMaps (MM):
Die meisten Beiträge hierzu enthalten nur Halbwahrheiten und Spekulationen.
Ich persönlich halte die Demoversion für weitgehend ungeeignet.
Ich habe mit diesem System inzwischen mehr als 1500 Kilometer zu Rad und zu Fuß zurückgelegt.
Das System MM besteht aus 4 Komponenten, die richtig behandelt in idealer Weise zusammenspielen.
Die 1. Komponente ist das Routingprogramm Tourexplorer.
Es enthält je nach erworbenem Bundle. Die Messtischblätter der Landesvermessungsämter im Maßstab 1:50.000 oder 1:25.000.
Ich habe mit Tourexplorer 50, Deutschland eine Tour von Köln nach Flensburg (640km) geplant und auf der gesamten Fahrt keinen Reinfall erlebt, und halte diese Version für den Radwanderer für voll ausreichend.
Zusätzlich zum Kartenmaterial wird ein Overlay zum Einblenden der Fahrstraßen, ein Overlay zum Einblenden des ADFC-Radwegenetzes, ein Overlay zum Einblenden der Straßennamen, ein Overlay zum Einblenden aller POIs (points of interest) des MarcoPolo-Führers in die Karte geliefert. Im Lieferumfang enthalten sind außerdem hunderte von GPS-Tracks klassifizierter Radwege und Wanderwege, zum Beispiel: Donauradweg, Eifelsteig, usw.Unproblematisch ist der Import von GPS-Tracks aus dem Internet; der Import von Google-Maps-Tracks gelingt nach Wandlung mit einem geeigneten Programm.
Das Routingprogramm des Tourexplorers lässt keine Wünsche offen!
a) Man kann als einfachste Variante, die mitgelieferten Radtouren in das Programm laden, bearbeiten und auf das Navigationsgerät übertragen.
b) Man setzt eine Startflagge und eine Zielflagge auf der Karte und das Programm routet automatisch vom Start zum Ziel auf den ADFC-Radwegen. Durch Setzen von Zwischenzielen können diese Routen umgelenkt werden.
Ich halte dieses Routing für absolut einwandfrei, muss doch das Programm aus dem uferlosen Wege- und Straßennetz irgendeine Auswahl treffen. Und da erscheinen mir die ADFC-klassifizierten Wege noch am sinnvollsten! Im Anschluss kann auf dem Bildschirm die Route beliebig verändert werden. Jeder Weg, jede Straße kann geroutet werden! Da nicht immer an den Starpunkten ADFC-Wege beginnen, muss man in der Regel den Beginn jeder selbst geplanten Route selbst gestalten. Gleiches gilt für das Ziel. Selbstverständlich kann man auch Umwege einbauen oder umständliche Streckenführungen begradigen, wenn die Karte dies zulässt.
Man kann Routen aneinander hängen oder teilen.
c) Letztendlich kann man völlig frei auf dem Messtischblatt seine eigene Route planen/gestalten und dann auf das Navigationsgerät übertragen.
Diese Übertragung funktioniert bei mir hervorragend für die von MM gelieferten Falk-Geräte.
Im entsprechenden Programmteil kann man wählen, welchen Kartenausschnitt man übertragen will und welche Route übertragen werden soll. Je nach Speicherplatz kann zwischen dem gesamten Kartenausschnitt auf dem Bildschirm oder einem einstellbaren Streifen entlang der Route gewählt werden.
Als Schmankerl gibt es einen eigenen 3D-Programmteil in dem man sich die geplante Route aus der Vogelperspektive ansehen und abfliegen kann.
Mit einem Programmteil kann man nach dem Routen den gewählten Track vollständig analysieren:
Höhenprofil, Geschwindigkeitsprofil, Steigungsprofil, Tourdauer, Anzahl der Steigungen und Gefälle, Durchschnittssteigung und Durchschnittsgefälle.
Die 2. Komponente ist das Tracking-Programm MM-Scout oder MM2Go:
Dieses Programm wird auf dem Navigationsgerät installiert und verwandelt das Navigationsgerät in ein Doppelgerät. Beim Falk-Navigationsgerät wählt man auf dem Anfangsbildschirm, ob man die ursprüngliche Falk-Navigation oder die MM-Scout-Navigation betreiben möchte.
Im Scout-Modus erscheint dann ein umfangreiches Menu zu den umfangreichen Einstellungen, die beim Radfahren oder Wandern getroffen werden müssen.
Hat man per USB-Kabel seine Tracks auf das Gerät übertragen – sehr einfach in XP und VISTA – kann man diese nun auf den Bildschirm des Navigationsgerätes laden und losfahren. Ein schwarzer Pfeil neben dem Kartenausschnitt und eine farbige Linie zeigen wo es lang geht. Ein Signalton macht auf eine erforderliche Richtungsänderung aufmerksam, die auch durch den Pfeil angezeigt wird. Zusätzlich befindet sich auf dem Monitor eine Geschwindigkeitsanzeige, eine Anzeige des augenblicklichen GPS-Ortes, eine Anzeige der vom Track abgearbeiteten Kilometer, ein Nordpfeil. Wichtig: Verlässt man versehentlich oder absichtlich die vorgegebene Route ändert der Pfeil nach wenigen Metern die Farbe von Schwarz zu Rot und führt auf kürzestem Weg auf die Route zurück.
So mussten wir beispielsweise auf einer Eifelwanderung die vorgegebene Route wegen völliger lebensgefährlicher Vereisung verlassen und wurden sicher auf eisfreier Höhe auf die Route geführt. Natürlich mussten wir zunächst die naviübliche Aufforderung zur Umkehr für einige 100m ignorieren.
Die 3. Komponente ist das Navigationsgerät selbst
Ich habe das preiswerte Falk M4 gewählt, das von MM zusammen mit den Programmen angeboten wird. Die Bildschirmgröße ist entscheidend für den Stromverbrauch unterwegs. Die kleineren quadratischen Bildschirme (7cm x 5,5cm) benötigen zwischen 180mA und 250mA die heute meist üblichen Widescreen-Bildschirme (9,5cm x 5,5cm) benötigen zwischen 250mA und 350mA. Da die Orientierung der Karte auf dem Navibildschirm nach vorn erfolgt, ist die seitlich zusätzlich eingeblendete Karteninformation überflüssig, man kann sich den Kauf der teureren Geräte zugunsten einer längeren Akkulaufzeit ersparen! Siehe 4. Komponente!
Die 4. Komponente ist die Stromversorgung unterwegs:
MM liefert in seinen Komplettbundles einen Akkuexpander für AA-Akkus mit und bietet seit einigen Tagen zusätzlich einen Spannungswandler für den Nabendynamo an.
Ich fahre seit Februar mit einem von mir entwickelten Akkuexpander und seit einer Woche mit einem hochwertigen LED-Scheinwerfer, der einen Anschluss für das Navigationsgerät enthält und ebenfalls die Spannung des Nabendynamos umwandelt.
Der Akkuexpander ist für Wanderungen unverzichtbar, aber doch die Achillesferse des Systems. Nur mit Akkus weitgehend identischer Kapazität erhält man annähernd die theoretische Laufzeit des Navigationsgerätes. Diese identische Kapazität ergibt sich aber nicht aus dem Aufdruck auf den Akkus sondern aus der Lade-Abschlussinformation bestimmter hochwertiger Ladegeräte. Ohne diese aufwändige Akkupflege hat man wenig Freude an der Navigation.
Der Betrieb der Navigationsgeräte über Nabendynamo und Spannungswandler ist unproblematisch, so lange man nicht nachts unterwegs ist. Denn betrieben kann entweder nur der Scheinwerfer oder das Navigationsgerät.
So das war´s – Euer Physikus
Ich bin gespannt auf eure Fragen!