Hallo Ulli,
ich bin diese Jahr mit dem Monoporter 3 Wochen durch Mecklenburg gefahren.
Ich hab einen Alten Stahlrahmen, relativ weich, hatte hinten 2 Taschen (relativ leicht beladen) und den Monoporter mit sicher 20 kg Gepäck..
Mein Eindruck:
- der gewünschte Haupteffekt ist klar eingetreten. Ich war deutlich langsamer, besonders am Berg, und meine Frau ( weniger Gepäck) war schneller, sodass wir viel besser zusammenfahren konnten.
- die Befestigung per Schnellspanner ( auch mit original Weber Spanner) funktionierte nicht. Das Hinterrad war damit nicht zu fixieren, es verrutschte beim ersten stärkern Druck aufs Pedal. Ich hab aus Stahlblech 2 Halterungen gebaut, die ich an den 2 Schraubgewinden für Gepäckträger und Schutzblech direkt am Rahmen befestigen konnte. Das hat gut funktioniert.
- das Fahren war sehr ungewohnt.
- das grössere Gewicht, klar, aber daran gewöhnt man sich.
- das Schwigungsverhalten, die Eigenfrequenz des Rades ist ganz anders. Das ist sehr gewöhnungsbedürftig, auch nach 3 Wochen und 1000 km war es immer noch ungewohnt. Ich musste mich oft aufs Fahren konzentrieren, möglichts geradeaus, keine unbedachten Lenkbewegungen, kein lockeres Umdrehen, kein Blick übers Land schweifen lassen. Ich hatte das Gefühl, dass da hinten Einer am Rad hockt und es gegen Kipp-Bewegungen nach LINKS + Rechts festhält. Ich hatte dann schnell ausdauernde Schulter - und Nackenschmerzen vom verkrampften Lenkerfesthalten, war allerdings an der Stelle auch durch einen Mausarm vorgeschädigt. Ab 15, 20 km/h war der Lenker wie blokiert. Kurven waren dann nur durch Gewichtsverlagerung zu fahren, was aber kein Problem an sich war.
- schnell bergab fahren war teilweise ungemütlich. Ein paar mal hat der Hänger mächtig gegengehalten und geschwungen, weil ich wohl bei 40 km/h nicht sauber geradeaus gefahren bin un dzu sehr gekippelt habe.
- das Schwingen mag z.T. an meinem Rahmen liegen, z.T. aber wohl auch am Monoporter. Neben dem wohl typischen Verhalten aller 1-Radhänger, hat dieser Hänger wohl ein weitere Instabilität. Da er nur ein dickes Alurohr unter der Transportplatte hat, ist diese Platte nicht sehr verwindungssteif befestigt, das Gepäck kommt z. T. dadurch zusätzlich ins Kippeln.
- ansonsten fährt der Hänger immer brav hinterher. Auch auf schlechten Wegen, Mecklemburger Sand, und die wunderbar anzusehenden, saumäßig zu fahrenden, alten Kopfsteinplaster-Wege, stören den Monoporter nicht wirklich. Ausser dem Mehrgewicht hat man da kaum Nachteile. Man kann aber an solch schlechten Stellen, oder Bergauf nicht in den Wiegetritt gehen. Das kippeln nach Links und Rechts mag er überhaupt nicht.
- das beschriebene Verhalten ist wohl stark von zugeladenen Gewicht abhängig.
- selbst das Rad schieben ist ungewohnt kippelig
- ansonsten ein schön gemachter Hänger, interessante, pfiffige Falttechnik.
- zusammengefaltet schön klein, gut für die Bahn, und fürs Zelt.
- die Tasche ist aus super stabilem LKW-Planen Stoff. 1 bis 2 Nummern dünner würden sicher auch reichen für meine Bedürfnisse. Wäre auch leichter zu verschliessen.
Ich überlege gerade, ob ich nicht auch einen 2-Rad-Hänger probieren soll, da der auf der normalen Strasse wahrscheinlich nicht so grossen Einfluß auf das Lenk- und Schwingungsverhalten des Rades haben wird. Ich hoffe damit wieder eher locker, gewohnt fahren zu können. Ist ja für den Urlaub gedacht, da will man ja locker fahren, und die Landschaft geniessen. Vielleicht pobier ich es auch erstnmal mit einem neuen steiferen Fahrrad.
Gruss Jochen