Aus Interesse: Haben die modernen Antriebe keine Elektronik zur Leistungsfaktorkorrektur?
An sich schon. Nur hat die gepulste Leistungsaufnahme noch nichts mit dem Blindleistungsanteil zu tun. Ich vermute mal, dass ein Großteil der elektrischen Last weltweit induktiv ist, alleine schon wegen der Leistungsübertragung durch Trafos. Wenn Du die diskontinuierliche Leistungsaufnahme auf der Lok vollständig ausgleichen wolltest, müsstest Du vermutlich jede freie Ecke mit Kondensatoren vollstopfen.
Es ist ja ganz witzig, das Innenleben einer alte (z.B. E44) mit einer modernen E-Lok (101 oder sowas) zu vergleichen: während die alte im wesentlichen aus einem riesigen Motor und Transformator mit einem Gehäuse drumherum besteht
Da hast Du Dich schon wieder in der baureihe verggriffen. Gerade die E44 gilt zumindest in Deutschland als erste moderne Ellok, Drehgestelle mit Einzelachsantrieb und ohne Laufachsen. Das große Ding in der Maschinenraummitte ist kein Motor, sondern der Haupttrafo mit den Zuatzeinrichtungen für die Trafoölkühlung und das Schaltwerk So ähnlich sind aktuelle Lokomotiven auch aufgebaut, nur hängt der Trafo im Bodenrahmen zwischen den Drehgestellen, was einen Maschinenraum mit geradem Mittelgang möglich macht. Das Schaltwerk hat sich noch am weitesten entwickelt. Maschinen mit großem Zentralmotor gibt es kaum noch, ein gutes Beispiel dürfte die letzte E32 sein. Bei den jüngeren Einrahmenmaschinen mit Federtopfantrieb (E04, E17, E18, E19) sitzen zwar die Fahrmotoren auf dem Bodenrahmen im Maschinenraum, zu sagen, dass sie ihn dominieren, ist aber übertrieben.
Wenn du mal nach dresden kommst, dann geh ins Verkehrsmuseum. dort steht neben vielem anderen das Mittelstück des Rahmens der E50 40 mit einem Gestellmotor. Der ist wirklich groß (und der des Prototyp E50 35/EP 235 war noch etwas größer).
Falk, SchwLAbt