Hallo und Gruesse aus den bolivianischen Yungas!
Vor einigen Wochen war ein kanadischer Radfahrer in mein Dorf – Sapecho – unterwegs und wollte sich hier die Cacaoproduktion anschauen. Drei Wochen spaeter hat man ihn tot gefunden. Er ist scheinbar eine Klippe auf der Strasse La Paz – Caranavi heruntergestuerzt, nur wenige Kurven hinter dem Cumbre Pass. Die Stelle habe ich mir mit ein paar DEDlern angeschaut, und halte sie fuer recht ungefaehrlich. Sein Fahrrad und die Taschen sind spurlos verschwunden. Er war erst 23 und schon einige Monate unterwegs, erfahren also was das Rad angeht. Die Strasse an der Stelle ist breit und gut geteert
Wir alle haben starke Zweifel dass das ein Unfall gewesen sein kann.
Ansonsten habe ich hier noch kaum Toursiten getroffen, die nicht irgendwo mal beschissen oder beklaut wurden. Mir wurde seit Mitte Dezember nur einmal eine Hosentasche aufgeschnitten, das Portemonait war aber noch da (das war auf einem Markt in Arequipa).
Peru und Bolivien sind wunderschoene Laender zum Reisen und wenn man sich an bestimmte Regeln haelt kann man sich auch sicher fuehlen – ich bin gerne hier und Reise noch bis Mitte April.
Mit dem Fahrrad allerdings wollte ich hier nicht unterwegs sein. Ich haette am meisten Angst vor dem Verkehr, aber auch davor alleine oder zu zweit mit dem Rad in eine dumme Gegend zu kommen oder den falschen Leuten zu begegnen.
Moechte Euch trotzdem keine Angst machen, aber passt auf Euch auf: Bolivien ist ein Entwicklungsland und das aermste Suedamerikas. Das vergisst man manchmal schnell.
Allzeits gute Reise
wuenscht
Philip