Hallo, Stefan,
ich weiß nicht, ob ich noch wesentlich Neues beitragen kann - vieleicht ein par Bestätigungen und Ergänzungen.
Anfahrt: Ich bin in den Lahnradweg vor ein paar Jahren ebenfalls über Siegen eingestiegen und fand die Anfahrt wenig attraktiv. Ich bin anfang nicht dem Sieg-Radweg aufwärts gefolgt, sondern erst über eine Kuppe, dann wieder die Sieg aufwärts. Es gibt dann von der Sieg aus einen direkten Weg zur Lahn - die brutalste Steigung (gefühlte 25%, mindestens, aber vielleicht auch schlechte Tagesform), die ich je bewältigt habe. Da war ja selbst die berüchtigte "Holzappel"-Steigung im Lahn-Unterlauf mindesterns eine Kategorie niedriger. Selbst beim Schieben musste ich nach 50 Schritten eine Pause machen. Mir fällt der Ortsname grad' nicht ein, in dem der Stich abgeht; vielleicht kann ein anders Forumsmitglied helfen. Leichter dürfte der Zugang über Lützel sein (das übrigens nicht als "Bahnhof", sondern lediglich als "Haltepunkt" ausgewiesen wird - das passt auch besser!). Ich bin von Lützel aus mal an die Eder gestartet, über die legendäre "Eisenstraße" - sehr schöner Einstieg. Nachteil: Ihr müsst von Aschaffenburg aus wahrscheinlich umsteigen in Frankfurt, Marburg und Erndtebrück.
Steigungen: Wenn Ihr den Jagst-Radweg schon gefahren seid, sollte euch die Lahn nicht schrecken. Im Oberlauf habe ich nur eine Steigung bei Bad Laasphe in Erinnerung, im Unterlauf die beschriebenen, die sich aber teilweise umfahren lassen, indem man mal schnell eine kurze Bahnfarth (ab Balduinstein) einstreut.
Übernachtung: Wir hatten vor allem Probleme, in Marburg etwas Gescheites zu finden, fanden das Preisniveau unverhältnismäßig hoch und waren mit unserer Wahl dann auch noch wenig glücklich. Die Pension "Domblick" in Wetzlar war zwar auch nicht günstiger, hat aber sehr indivuelle Zimmer und ein beeindruckendes Frühstücksbuffet und liegt nah der Stadt.
Streckenführung: Zwischen Gießen und Wetzlar fand ich die Strecke wegen zeitweise direkter Nähe zu Autobahn bzw. Schnellstraße etwas nervig. Dafür gibt es teilweise atemberaubend schöne Abschnitte, zum Beispiel das Stück ab Weilburg. Hier herrscht dann auch an schönen Tagen ziemlich viel Betrieb, während es im Oberlauf sehr ruhig zugeht. Unterm Strich hat mir die Eder allerdings noch besser gefallen als die Lahn.
Beste Grüße,
Christof