Also ich finde das Verehren bestimmter Schmieden und anderer Götter auch so langsam ziemlich ätzend!
Meine Freundin und ich haben uns jeder ein Rad bei der Firma die mit "V" anfängt zugelegt. Kriterien waren unter anderem örtliche Nähe, Konfigurierbarkeit und indivueller Service von der Beratung, über Vermessung bis zur Nachsorge. Aber im Prinzip ging der Ärger schon beim Setup los. Starrgabel mit Scheibenbremsaufnahme und Cantisockeln? Muß ich bei unserer Werkstatt (Fort, Tschechien) nachfragen: Nein geht nicht zuviel Aufwand. Exzenter Lager und Scheibenbremse hinten? Geht auch nicht. Nur verschiebbare Ausfallenden. OK, nicht so schlimm. Kein Firmenschriftzug auf den Rahmen machen? Aufpreis € 120,- € 120,-?? Na, dann eben mit. So, jetzt nur noch 3 Wochen warten dann ist es fertig. Aus den 3 Wochen wurden 6. Hab das Rad abgeholt, und weiß nicht warum ich eigentlich auf die Vermessungsmaschine draufgesetzt wurde. Es war viel zu groß! Also erstmal daheim die Gabelschaftverlängerung rausgebaut, meinen Sattel montiert und das Rad richtig eingestellt. Muß dazu sagen, daß es keine Bremsen hatte - Die hab ich selbst besorgt und montiert, da sie mir meine Wunschbremsen nicht besorgen oder von mir Angelieferte dranmachen wollten. Aber was ist das? Die Bowdenzüge für die Speedhub sind aber arg eng verlegt. Komisch. Obwohl vorne noch Luft wäre. Aha! an der hinteren Durchführung des Halters auf dem Canti Sockel ist eine Bowdenzughülle beschädigt - darum läßt er sich nicht weiter durchschieben. Also, zurück, reklamiert, neuen Bowdenzug gekriegt und zur Übung mal selber montiert. Sieht gut aus. Aber was ist jetzt das wieder? Irgendwie ist das Vorderrad nicht mittig wenn ich durch den Lowrider-Bügel peile - oder ist der Lowrider schief? Erstmal nix dabei gedacht und ne Probefahrt gemacht. Irgendwie zieht das Rad ziemlich nach rechts wenn ich freihändig fahre - komisch. Nochmal genau geguckt, und siehe da, die Gabel ist nicht symetrisch. Also, wieder hin und reklamieren. Mittlerweile schaut man mich schon etwas komisch an (Oder kommt mir das nur so vor?). Mißtrauisch wird eine Probefahrt gemacht, ja, das Rad zieht nach rechts. Na dann vermessen wir mal. Tatsächlich, scheint so, als ob da tatsächlich was nicht stimmt. OK, wird getauscht, aber da Sonderfarbe, wieder 4 Wochen warten. Dann noch der Kommentar, wenn Bremsen dran gewesen wären hätte man ja eine Probefahrt machen und es somit feststellen können... - Nun, man hätte ja auch probeweise zumindest eine montieren können...
Was komplett gefehlt hat war z.B. auch bei meiner Freundin eine Feinanpassung bei Abholung an das Rad. Wir haben das ein paar Wochen später reklamiert, daß der Vorbau viel zu lang ist, und bekamen auf die Bemerkung, daß es ja Richtwerte gäbe (Abstand Sattelnase - Lenker = Abstand Ellenbogen zur Fingerspitze bei ausgestreckter Hand) zur Antwort der Mensch sei individuell und ließe sich nicht in solch ein Regelwerk pressen. Nun, bei mir funktioniert es gut, und bei vielen anderen auch. Also warum mit einem extremen Experiment beginnen, wenn es funktionierende Erfahrungswerte gibt und sich von der Seite aus heranarbeiten? Ich kann ihr zwar Tipps geben und es auch einstellen, aber Sie bezahlt es, und da sollte diese Serviceleistung doch auch inbegriffen sein, oder? Beide Räder hatten immerhin ein Auftragsvolumen von ca. € 5000,-
Beim nächstes Rad kaufe ich jedenfalls nur die Teile und baue es wieder alleine auf.
Grüsse,
Andreas