Zitat: "..muss die Bahn euch mit den Rädern irgendwie zum Zielort bringen." Realität ist, die Bahn muß gar nichts. Wir sind ein Personenbeförderungsunternehmen und nicht Fahrradbeförderungsunternehmen" Original-Aussage DB.Tom, entweder hast bisher viel Glück gehabt oder das noch nicht oft genug gemacht. Und ich spreche nicht nur von meinen Erlebnissen.
In gewisser Weise stimmt das, der Fahrradtransport ist jenseits nicht gebuchter Züge immer eine Kulanzentscheidung, weil ja gleichzeitig andere Reisende in den Ersatzzügen bereits reserviert haben und gewisse Sicherheitsvorschriften immer gelten müssen. Fehlt allerdings der Fahrradwagen, muss die Bahn dir eine Möglichkeit einräumen, das Fahrrad woanders abzustellen (schon erlebt). Im Zweifel wird aus Sicherheitsgründen dann ein Einstieg gesperrt. Ist das Fahrradabteil mit reserviertem Platz bereits überfüllt, muss das Zugpersonal entweder alle nicht gebuchten Räder rausschmeißen oder wiederum eine Möglichkeit zum Abstellen einräumen, im Zweifel in einem anderen Waggon. Überfüllte Abteile hatte ich auch schon, in der Praxis werden sie dann noch mehr überfüllt, andere Maßnahmen würden zuviel Zeit kosten. In einem frz. Nachtzug wurden die Rennräder mal in mehreren Etagen gestapelt - alle ohne Reservierung. Ist aber eher umgekehrt, ohne Reservierung geht strengstens nicht bei den Franzosen. Aber Personal ist immer mal wieder anders und manchmal sogar menschlich. Ich wurde auch schon mehrfach in unerlaubten Zügen mitgenommen (EC, ICE, aus Österreich, aus der Schweiz, jeweils nach Deutschland).
Auf meinen Reisen hatte ich schon oft verspätete Züge und deswegen waren die gebuchten Anschlüsse mit Reservierung weg. Bisher hat bei mir aber immer eine Lösung funktioniert bzw. wurde mir angeboten - natürlich mit Verspätung, aber eben auch mit Preisminderungsanspruch. Ob es nur Glück war, weiß ich nicht, glaube aber an diese pessimistischen Szenarien nicht, die gerne erzählt werden. Es ist letztlich auch ein Frage, was man als mit Gelassenheit noch ertragen kann - da bin ich recht tolerant, Hauptsache ich komme irgendwann nochmal am Ziel an. Eine ander Frage ist auch die der Plaung, dass man man versucht starke Frequenzeiten zu vermeiden. Dann ist auch das Personal am meisten gestresst und man man macht entsprechend mehr negative Erfahrungen.
In Frankreich bin ich mal in einen Bahnstreik geraten mit zahlreichen ausgefallenen Zügen. Ich bin dann mit TGVs ohne offizielle Radmitnahme durch ganz Frankreich gekurvt, das wurde dann toleriert. Bei dem Szenario hatte ich sicherlich auch etwas Glück, aber weniger in puncto unorthodoxer Velomitnahme, sondern allgemein einen Platz überhaupt in einem Zug zu erobern. Letztlich kam ich aber auch am Ziel an, etwa einen Tag später und natürlich hatte ich da auch Stress. Wundersam: Mit Flugzeug kam das schon zweimal vor, obwohl ich im Vergleich zur Bahn nur recht selten geflogen bin. Gejammer liest man aber fast nur über die Bahn.
Noch was zum Tagesticket: Ich kenne franz. Rabatt- und Regiokarten usw. nicht. Das Velo ist im TER frei. Die Personentickets kosten wie in Deutschland je mehr, desto mehr Strecke und sind nicht degressiv wie in Italien. Lange TER-Strecken werden daher recht teuer, meist teurer als TGV-Angebote auf identischer oder längerer Strecke. Gestückelte Reisen mit Zwischenorten und Übernachtungen habe ich schon öfters gemacht (u.a auch Fähre/Zug-Kopplung) - im letzten Jahr auch aus Frankreich raus, wobei die TER-Kette von drei Zügen (Valence-Mulhouse) auf einen Tag fiel, die beiden anderen Teilstrecken auf Deutschland - es wäre allerdings auch in zwei Tagen möglich gewesen, wohl auch an einem Tag - dann aber arg stressig und eben bewusst anders entschieden.