Als Englandfan und Selbst-Dort-Schon-Geradelter lese ich mit Vergnügen Eure Diskussion. Ich hoffe, es nervt nicht, wenn ich eine alte Erinnerung beisteuere (?): Wir sind vor ganz vielen Jahren mal mit dem Rennrad durch Südengland geradelt. Von Dover bis an die Grenze Devon/Cornwall und etwas weiter nördlich wieder zurück bis Harwich (d.h. hinzu südlich von London, rückzu nördlich von London). Ich kann mich auch an die vielen schmalen Heckenstraßen erinnern, von denen Ihr schreibt. Aber an keine einzige Begegnung mit einem Auto auf so einer einspurigen C-Road. Schon gar keinen LKW. Wir sind damals teils Stunden auf solchen Straßen geradelt, ohne einem Auto zu begegnen. Wir sind nur mit der 1:250000 Ordnance Survey Verkehrskarte geradelt, haben uns die weißen Straßen rausgesucht.
Ich entsinne mich noch an die Ortsdurchfahrt durch Exeter. Wir sind einfach die Hauptstraße durch die Stadt geradelt. Es war wie heute in einem mittelgroßen Dorf, vom Verkehr her, meine ich. Später war ich noch mal dienstlich in dieser Stadt und hab den röhrenden Verkehr gesehen bzw. gehört, und konnte nicht glauben, dass wir damals da einfach so durch geradelt sind. An brüllende Autokaravanen und Staus vor Ampeln in Exeter kann ich mich aber bei unserer damaligen Radtour nicht entsinnen, das hätte ich mir gemerkt. Ich war auch später noch dienstlich an einer anderen Stelle, durch die wir damals durchgekommen sind (Nähe Duxford) und war fassungslos über die Massen von Autos. Damals waren die gleichen Straßen ziemlich einsam!
Vielleicht bin ich ja schon alters-senil und/oder verkläre die Vergangenheit, aber es war wirklich so. Es ist aber schon sehr viele Jahre her.
Wir haben heute die allerbesten Fahrräder und nie hat Radfahren deshalb mehr Spaß gemacht als heute. Aber vom Verkehr her sind die guten alten Zeiten fürs Radfahren leider lange vorbei...
Aber nützt ja nichts, aufs Auto umsteigen ist auch keine Option.
Grüße an alle Englandfans
Christoph