Hallo Florian,
das ist ein guter Hinweis. Warum die Felge so schnell verschlissen ist, kann ich leider nicht richtig einschätzen. Ich fahre bei Wind und Wetter (Schnee gab es eher selten in den vergangen Jahren), letztes Jahr an der Nordsee (vielleicht der Sand? oder Salz?).
Habe oft viel Gepäck drauf und es gibt im Ruhrgebiet nun mal viele Schlaglöcher, die ich manchmal zu schnell erwische.
Was bedeutet falsche Bremsgewohnheit?
Bremsbeläge habe ich relativ häufig gewechselt. Woran erkennt man, ob die Bremsbeläge zur Felge passen?
Freue mich über eine Rückmeldung.
Grüße
Kerstin
Ohne Glaskugel ist eine genaue Rückmeldung schwierig. Ich versuche es trotzdem:
Nach unseren praktischen Erfahrungen im familiären Fuhrpark lässt sich sagen, dass so gut wie nichts den Abrieb stärker fördert, als Stadt- und Alltagsradeln, wenn auch in Dreckswetter und im Winter geradelt wird. Gerade der schmierige Dreck, der sich im Winter anlagert, dürfte eine gute Schleifpaste ab geben. Noch schlimmer sind allerdings harte Bremsklötzchen, wie sie z.B. Shimano verkauft, auch von Avid habe ich nagelneue Klötzchen weg geworfen, weil sie sofort begonnen haben, die Felgen zu zerspanen. (MTB-Touren, die in Schlammschlachten aus arten, klammere ich hier aus, dafür sind natürlich Scheibenbremsen die erste Wahl.)
Ich bin mir sicher, dass die Legierung, aus der die Felge besteht, ein wichtiger Punkt ist. Bei manchen Felgen wirken die Bremsen bissiger, dafür weisen die Felgen starken Abrieb auf. Wer so eine Felge verbaut, darf sich nicht wundern, dass sie schnell im wörtlichen Sinn bald in Staub auflöst.
Warum deine alte Felge so schnell auf gegeben hat, kann ich nur raten. Die MX19 an meinem MTB ist völlig unauffällig. Hörst du beim Bremsen ein kratzendes Geräusch? Wenn die Klötzchen Späne aus der Felge spanen oder kleine Steinchen in die Klötzchen geraten, schleift natürlich Metall oder Stein auf Metall. Das ist, höflich gesagt, suboptimal. Klötzchen, die Späne ziehen, müssen getauscht werden, bei Steinchen reicht es meistens, sie zu entfernen. (Optimal wäre es auch da, die Klötzchen zu tauschen, da kleine Löcher zurück bleiben, die Fremdkörper fangen könnten. Das findet aber nur sehr selten statt.)
Mir kommen ab und zu Felgen unter, die nur an einer Seite hohl geschliffen waren. Das haben so gut wie immer fest hängende Bremsen an gerichtet. Das wird es in deinem Fall ja nicht sein.
Bremsklötzchen: Da gibt es einige Vorstellungen, was zusammen passt und was nicht. An vielen wird schon was dran sein, wichtig ist nur, weiche Klötzchen zu verwenden. Die Preisklasse sagt dabei gar nichts aus. An den meisten unserer Rädern habe ich Fuxon-Klötzchen montiert, die sind die billigsten der billigsten und tun, was sie sollen: Bremsen, ohne zu zerstören, und das ohne übermäßigem Abrieb.
Auffallend ist, dass wir im Forum sehr entgegengesetzte Erfahrungen haben: Manche martern ihre Räder eigentlich ziemlich stark, und müssen nur selten Felgen tauschen, andere schonen die Räder und haben sehr bald Ärger. Woran das liegt, kann ich nur raten.
Ich erinnere mich gerade, du hast Risse in der Felge, keinen übermäßigen Abrieb. Das ist eine andere Baustelle. Als Ursachen sehe ich dafür: 1. Falsches Einspeichen, 2. falsches Einspeichen, und eventuell auch Pech mit der Felge selbst. Wobei die Exal diesbezüglich einen guten Ruf haben. Aber die X-Plorer haben auch einen, und es gab eine Serie, die sie ordentlich versemmelt haben. Falls du übrigens gewohnt bist, Schlaglöcher und Kanten aus zu sitzen, tust du der Felge sicher nichts Gutes. Aber das unterstelle ich dir natürlich nicht. Es tut ja weh.
Die Überlegungen zum Abrieb sind für ein neues Laufrad oder eine neue Felge nicht unwichtig, damit du keine neue Baustelle auf machst, deshalb lasse ich sie stehen.
lg!
georg