Ach, manche Unterschiede schiebe ich auch auf regionale Unterschiede, gerade solche. Auch weil hier so oft von "die Pedalen" die Rede ist, ohne dass es moniert wird. (Es gibt übrigens auch Gegenden, da heißt "die Schranke" "der Schranken")
Reginale Unterschiede würde ich eher den Dialekten zuordnen. Bei uns gibt es auch Ecken, das heißt es "Ich hab denkt" (soll sein: "ich habe gedacht"). Und hinter der österreichischen Grenze ist es "ein Niet" und "zwei Nieten". Im Deutschen heißt (oder hieß) es ja "ein Niet" und "zwei Niete". Die "Nieten" konnte man nur auf dem Rummel ziehen.. Wurde dann aber auch übernommen bzw. vermischt...
Letztlich kann man endlos diskutieren, was als "Weiterentwicklung" und "Veränderung" bezeichnet werden sollte und was als "falsch" gilt. Da die beide ersten Begriffe ja ohnehin positiv belegt sind und in anderen Sprachen derzeit ähnliches passiert, kann man sich hervorragend dahinter verstecken.
Selbst in England wird es dir keiner krum nehmen, wenn du "Nite" schreibst, statt "Night". Das Internet beschleunigt das Ganze halt noch zusätzlich.
Und warum sollten Sprachforscher vor etwas kapitulieren, was die Würze ihrer Arbeit ausmacht? Und wir beide würden auch anders schreiben, wenn unsere Sprache zu einem weit genug zurückliegendem Punkt in der Zeit konserviert worden wäre.
Es geht ja nicht um Konservierung bis in alle Ewigkeit. Es geht darum, dass Gesellschaften und Plattformen weniger Zusammenhalt und Solidarität zeigen, wenn eine Sprachverhunzung einsetzt. (Das heißt aber nicht, dass alles was sich ändert auch gleich Sprachverhunzung sein muss...)