In Antwort auf: uwe&margit
In dem Artikel wird der letzte Teil der Strecke ( 350km von Stonehenge nach Dover oberhalb der Kanalküste) sehr negatib beschrieben. Eigentlich wertet man das gesamte Gebiet Südengland mit den Worten „katastrophale Straßenzustände“ ab. Die Straßen werden als stark befahren, eng, marode , ohne Seitenstreifen , hügelig , etc bezeichnet. Der Autor ist froh, dass er nach 5 schweren Tagen unbeschadet in Dover ankommt.

Ich kenne den Artikel und daher auch die dort vorgeschlagene Route nicht. Ich bin aber selber in den letzten Jahren ähnliche Strecken gefahren (Südküste von Dover bis Plymouth, außerdem von Portsmouth nach Bristol hoch und die walisische Küste lang.

Ich kann ungefähr sehen, wie der Autor zu seinem Urteil kommt, aber die Darstellung ist einseitig bzw. übertrieben. Also, England ist natürlich schon dicht besiedelt, liegt vom Schnitt her zwischen NRW und dem Saarland. Und speziell zu Ferienzeiten oder langen Wochenenden drängt alles an die Küste (nicht ohne Grund). Wenn Du Ruhe willst, fahr nach Frankreich oder Skandinavien. Wenn man weniger stark befahrene Straßen sucht, muss man teils schon etwas genauer auf die Karte schauen und landet dann meist auf den engen, heckengesäumten Nebenstraßen. Mit den Fahrern hatte ich allerdings nie Probleme. Wenn der Mann froh ist, heil in Dover angekommen zu sein, dann hat er irgendwas falsch gemacht oder soll sich ein anderes Hobby suchen. Es gibt ein paar Ecken, wo es schwierig ist, ruhige Nebenstraßen zu finden, die Gegend um Stonehenge gehört dazu, wegen der vielen Militärgelände dort. Von Stonehenge würde ich eh die Finger lassen, ist so ziemlich der größte Nepp, der mir untergekommen ist.

Straßenzustand: Ok, es sind nicht die Niederlande oder Skandinavien. Schlaglöcher gibt es schon hier und da, die sind dann liebevoll weiß umrahmt. Aber marode? Da gibt's anderes...

Hügelig stimmt schon. Wobei, das Land ist nicht hügeliger als sagen wir die Bretagne und Nordfrankreich, aber der britische Straßenbauer scheint Kehren für eine teuflische Erfindung kontinentaler Eurokraten zu halten. Es geht stets geradewegs den Hang hinauf. Das gilt in erster Linie für manche Küstenabschnitte: Westen und Südwesten von Wales, Südwest-England so ab Swanage, und im Südosten teilweise zwischen Brighton und Dover. Dafür sind das die schönsten Küstenabschnitte, ohne Schweiß kein Preis.

Die NCN-Routen sind mit Vorsicht zu genießen, die sind jedesmal ein Überraschungsei. Können sehr angenehm und gut ausgeschildert sein, oder das genaue Gegenteil. Ich tät unabhängig davon planen.

Viele Grüße,
Stefan