Ich will einmal das, was ich bereits geschrieben hatte, noch einmal zusammenfassen:
- Es gibt Länder, in denen die politische Situation und die "moralische Entwicklungsstufe" derart sind, dass man mit Problemen, wie sie Peter oder andere beschrieben haben, rechnen muss.
- Leute, die von Problemen (Gewalt, Armut usw.) existentiell bedrängt werden, sorgen sich nicht oder deutlich weniger um gute Erziehung, Umweltschutz und all die Dinge, für die wir in unserer westlichen Welt Zeit und Energie problemlos freischaufeln können.
- Dem Besucher solcher Länder nützt das Wissen um die Hintergründe des Fehlverhaltens z. B. von Kindern nicht viel. Sie werden zu einer lästigen und zum Teil gefährlichen Begleiterscheinung eines Aufenthalts (hier einer Radreise).
- Es ist nicht zu kritisieren, dass man sich seiner Haut wehrt, wenn man durch Flucht nicht einer Gefahrensituation entkommen kann.
- Es ist nachvollziehbar, dass aus Stresssituationen heraus auch falsche Reaktionen folgen können.
aber
- Ein "Racheakt", der aus unkontrollierter Wut heraus durchgeführt wird, kann nicht im Nachhinein als richtige Handlungsweise dargestellt werden. Man kann die Aktion mit dem aktuellen Adrenalinschub erklären, aber man kann sie nicht für gut befinden.
- Es wird jedem/r freigestellt, ob er/sie in so ein Land reisen will. Hier würde ich Peter nie eine Vorschrift machen wollen. Wenn man sich aber dazu entschließt, das Land zu bereisen und trotz der schlechten Erfahrungen die Reise fortzusetzen, dann darf man im Nachhinein nicht über die Schwierigkeiten klagen, die man erdulden musste. Diese Probleme zu beschreiben, ist hingegen legitim und hier für das Forum wichtig.
Ich will nicht in arroganter Art und Weise die Tatsache kritisieren, dass Peter hier reagiert hat, wie er es eben getan hat. Ich wäre wahrscheinlich eher schnell von dannen gefahren und hätte das Land möglichst schnell verlassen. Aber da ich nicht in der Situation war, kann ich das lediglich vermuten. Ich bleibe aber bei meiner Meinung, dass die Vorgehensweise (Eigentum der Kinder zerstören, ins Haus der Familie gewaltsam eindringen und das Kind verprügeln) zu verurteilen ist und dass auch Peter und jeder andere im Nachhinein zu dieser Erkenntnis kommen sollte. "Ich habe damals nur Rot gesehen und würde das so nicht mehr machen wollen!", wäre für mich eine akzeptable Aussage gewesen. Hier aber evtl. sinnvolle "Erziehungsmaßnahmen" sehen zu wollen, finde ich mehr als bedenklich.