Bei sonem Thema will halt jeder mal. Wenn das schon vor meiner Haustür ist.
Wenn es dann so wäre, einige wohnen doch schon recht weit weg oder haben so einiges vergessen. Michael ist hoffentllich schon an der Adria, hier ist ja schwer durchzukommen. Ich stelle aber nochmal ein paar Dinge klar, die noch nicht geklärt sind oder schlicht irreführend bis falsch.
Betrifft die Bahnhofsbaustelle Hbf die S-Bahn?
Den Haltepunkt als solchen nicht, fast alle Linien aber, weil der Hbf das zentrale Nadelöhr für die S-Bahnen ist (Ausnahme die einzige Außenringlinie Böblingen - Renningen). Die Ausfahrten nach Nordbahnhof und Cannstatt findet auf DB-Gleisen statt, werden also auch von Zügen genutzt und sind daher mit dem gesamten Bahnverkehr und dessen möglichen Störungen gekoppelt. Bei einem Stresstest versagte einmal das gesamte System (Stellwerk) und ich hatte Probleme zu einer Terminsache zu kommen, hatte ausgerechnet am Wochenende einen Diavotrag bei velotraum in Weil der Stadt zugesagt. Die Umgehung des Hbf via Böblingen und Renningen gab es damals noch nicht. Mit der Stadbahn ging es dann irgendwo nach außerhalb (vermutl. Feuerbach), dort verkehrten dann außerplanmäßig gelegentlich S-Bahnen auf einer Teilstrecke. Ich kam zwar verspätet, konnte aber den Vortrag immer noch halten, da ich nur einer von vier Referenten war und andere vorverlegt wurden. Der Vorteil trotz Hbf-Probleme: Die S-Bahnen können auch unabhängig von einer Störung am Bahnhof auf Teilstrecken verkehren. Insbesondere ist die Flughafenlinie zwischen Hbf und Filderstadt weitgehend unabhängig vom DB-Verkehr. Bis auf ein kleines Teilstück bei Vaihingen verkehren sie auf Gleisen, die nur den S-Bahnen vorbehalten sind. Würde beim Maulwurfbahnhof alles in einem großen Loch zusammenstürzen, könnte die S-Bahn immer noch zwischen Stadtmitte und Flughafen verkehren. Natürlich kann es auch mal einen Tunnelbrand auf dem Wege nach Vaihingen geben, aber es kann auch die Welt untergehen, weil die Adria übergelaufen ist.

@ natash: Sofern es überhaupt Sinn macht, eine effektive Stadtbahnalternative mit Radeln zu wählen, ist das ab Bahnhof die U6 zur Endhalte Fasanenhof-Schelmenwasen (alternativ steigt Barfußschlumpf bei EnBW-City aus um Stromrabatt zu erbetteln). Die Linie ist Altbewohnern wohl nicht bekannt. Das ist dann die kürzeste und übersichtlichste Radelentfernung auf den Fildern zum Fughafen, auch orts- und weitgehend verkehrsfrei. Einzig eine Mulde ist zu überwinden, die aber ein Adria-Biker bewältigen sollen könnte. Konkurrenzfähig sind noch die Endhalte in Plieningen (Weg zum Flughafen ist komplizierter, auf Radweg erst recht), für die man aber nochmals in Möhringen umsteigen muss oder wiederum ab Hbf direkt mit der U5 die Leinfelder Halte. Auch dort ist der Weg schwieriger zu finden, ist weiter und man muss eine Ortsquerung durch Echterdingen absolvieren. Vorteil ist, dass das die flachste Filderradelvariante zum Flughafen wäre. Vaihingen ist also nur Umweg, in jeder Hinsicht (die direkte Stadtbahnlinie nach Vaihingen durchs Kaltental ist übrigens extrem langsam wegen zu vieler stadtinterner Halte). Es gilt in der Entfernung zum Flughafen für die Stadtbahnhalte: Möhringen ist näher als Vaihingen, Leinfelden ist näher als Möhringen, Fasanenhof ist näher als Leinfelden.
Dazu Nebenbemerkung: Die größte Verspätungsgefahr geht von Unregelmäßigkeit auf der Strecke Karlsruhe - Stuttgart aus , nicht von der anschließende S-Bahn-Passage zum Flughafen. Aktuell besteht sogar akute Verspätungswarnung für IRE & Co, weil an der Strecke bei Vaihingen gearbeitet wird - vgl. DB-Seite. Auch habe ich mal erlebt, wie eine Teilstrecke gesperrt war und es Schienersatzverkehr gab, mitgenommen wurde ich mit Rad regelwidrig nur aufgrund der späten Uhrzeit und insgesamt weniger Fahrgäste
@ zaher ahmed: Die Zacke ist eine schöne Sehenswürdikeit, wenn man ein paar Tage Stuttgart-Urlaub als Radler gebucht hat. Du solltest bei Stuttgart-Tourismus arbeiten! Ansonsten ist die Zacke als Alternative für den hier dargelegten Sachverhalt so ziemlich vergleichbar mit Martina Scherzidee via Waldenbuch. Ich bin im lezten Jahr unter besonderen Umständen bei der ADFC-Tour zur CMT-Messe (identisch Flughafen) erstmals mit der Zacke gefahren - nach ungefähr 17 Jahren Stuttgart. Wie man sieht, braucht man die Zacke nicht. Direkt ab Bahnhof verkehren andere Stadtbahen zu besseren Endzielen (s.o.) - alle nehme die Räder kostenlos mit, Ausnahme sind Stoßzeiten in dr Woche (Mo-Fr), die hier aber nicht anstehen. Im Bahnhofsgewirr ist die Fußgängerzone oder die Radroute keineswegs leichter zu finden als die Stadtbahnzugänge. Für den Flughafentransit muss du übrigens dann noch mehrere Teile takten - also die Zeit zwischen Hbf und Marienplatz (inklusive Verspätungspuffer auf der DB-Strecke) austüfteln, dann die Zacke finden (sieht man ab Straße sehr schlecht bis gar nicht), dann die passende Abfahrtszeit suchen und in Degerloch noch die Fahrtzeit über die Fildern kalkulieren. Eine Aufgabe für Rechengenies!

Der Weg ab Degerlocher Zacke-Haltestelle ist übrigens so ziemlich das schwierigste, was man Richtung Flughafen finden kann. Mit der ADFC-Gruppe bin ich da schon mehrfach die Messetour auf unterschiedlichen Routen gefahren - das ist etwas Navigations-Profis! - schwierige Topographie dazu (Körschtal-Querung). Als ich mal mit einem ADFC-Organisator zu zweit die Strecke bei Regen gemeinsam zurückgefahren sind, habe ich mal meine übliche Strecke vorgeschlagen. Er wunderte sich dann, wie einfach die Fahrt sein kann, wenn man ein paar Radwege ignoriert und Degerloch auslässt, obwohl er Stuttgart radmäßig besser kennen dürfte als ich.
Alles andere ist Mumpitz. Ich bin aber gespannt auf weitere Humor-Beiträge.
