Ist es denn klug die großen Städte mitzunehmen oder sollte man um diese herum fahren???
Die Frage ist sehr allgemein. Ein paar Gegenfragen: Was suchst du in den Städten? Museen? Veranstaltungen, Konzerte? Stadtbummel? Shopping? Tauben füttern im Park? - Es gibt keine verbindliche Antwort. Städte bieten eine Menge, man muss aber auch etwas Zeit mitbringen. Die meisten größeren Städten haben heute einen verkehrsberuhigten Kern, Probleme gibt es eher beim Raus- oder Reinfahren. Selbst wenn man kein Interesse an Städten hat, ist Umfahrung nicht immer die beste Lösung, man fährt manchmal einfach mitten durch oder am Ufer entlang. Fährst du eine ländlich-bergige Route wie etwa ich im letzten Jahr, kann man weiträumig auch alle Städte auslassen. Das ist aber eine Frage des Reisekonzeptes - was willst du sehen, was bewegt dich? Willst du aber die Jugend und Szene in Montengro treffen, gehst du nicht nach Kotor, sondern nach Podgorica, auch wenn es da weniger zu sehen gibt. Die einzige veritable Jazzszene in Kroatien findest du in Zagreb, vielleicht ist aber gerade im Sommer nichts los und du würdest im Touristenort Porec mehr Jazz finden als in Zagreb, weil am Meer gerade ein Festival ist.
In deiner eingangs gemachten Liste klafft noch eine große Lücke, wo es genauer hergehen soll. Von den aufgezählten Städten kenne ich aus eigener Anschauung nur Split. Historisch wertvoll, Außenring mit Verkehr ist recht lästig. Fast alle Küstenstädte in Ex-Jugoslawien sind kleine oder größere Perlen - es gab schließlich enge Handelsverbindungen mit dem alten Venetien. Zweifellos, Dubrovnik trägt die Krone aller Schönheiten, und Kotor ist für Montenegro das, was Dubrovnik für Kroatien. Wenn du Inseln ansteuerst, musst du ohnehin durch Städte - zum, Hafen. Dein Endpunkt ist Istanbul - wenn eine Stadt zum Problem werden könnte, dann am ehesten Istanbul. Städte können auch aber auch unstädtisch sein - in Wien könntest du z.B. Strandurlaub machen, ohne das Innere der Stadt sehen zu müssen. In Sarajevo könntest du zwischen dem Camping der Vorstadt (Ilidza) und den Bosna-Quellen den Eindruck gewinnen, dass es eine Naturidylle sei, wo allenfalls ein paar wienerische Fiaker herumtraben und Liebespaare laue Sommernächte erleben wollen. Städte sind manchmal ein herber Kontrast zum Landleben - noch stärker als bei uns, deutlich moderner als der Rest des Landes, manchmal ein Zerrbild, manchmal die Zukunftsperspektive des Landes (Tirana, Skopje z.B.).