Einen einspurigen Anhänger (Typ Aiolos) habe ich am Liegerad auch mal ausprobiert. Das Fahren und Rangieren im Flachen, und auch das Bergauffahren gingen damit besser als erwartet, der Anhänger war sehr spurtreu und kaum zu bemerken. Aber beim Hinunterfahren merkte man, dass der Anhänger das Rad drückt. Das Liegerad wurde dadurch ziemlich schwammig - normalerweise liegt es gerade bergab mit Gepäck wie ein Brett auf der Straße. Nach dieser Erfahrung habe ich das Projekt Anhänger abgebrochen und bleibe am Liegerad bei Gepäcktaschen am gefederten Gepäckträger.

Ohnehin sollte man versuchen in den Bergen mit so wenig Gewicht wie möglich zu fahren, so macht es einfach mehr Spaß. Bei der Norwegen-Tour hatte ich ein Gepäckgesamtgewicht von knapp 20 kg dabei. Dies umfasst Kleidung, 3l Wasser, Lebensmittel, Bordwerkzeug, komplette Campingausrüstung (Zelt, Zeltunterlage, Matratze, Schlafsack, Kissen, Kocher, Gas, Tarp) sowie das Taschengewicht. Nach der Tour habe ich mal kritisch überprüft, welche Teile ich davon nicht gebraucht habe - nur das Bordwerkzeug. Das ist aber unverzichtbar.

Mit Komforteinbußen würde ich wahrscheinlich noch ca. 2kg reduzieren können. Mit noch etwas mehr Mut und leichteren, dafür nicht wasserdichten, Taschen vielleicht 4kg, aber dann ist Schluss. Das liegt auch an meiner Körpergröße, bei 1,93m wiegt allein die Kleidung schon einiges.

Falls ich noch einmal in Norwegen in die höher gelegenen Regionen fahre, werde ich zur Gewichtsersparnis weniger Flüssigkeit mitnehmen, nur das, was ich bei den herrschenden Temperaturen in 1-2 Stunden gewöhnlich verbrauche, und mich genauer darüber informieren, wie man unterwegs gefahrlos trinkbares Wasser in Bächen und Seen identifizieren kann. Dann kann man nahezu überall auffüllen.

Ob das Fahren mit dem Liegerad bergauf "schwerer" ist, also mehr Energie beansprucht, als mit dem normalen Rad, kann ich eigenartigerweise nicht sicher sagen, obwohl ich auch ein normales Reiserad (IDworx) besitze, und auch damit schon bergauf gefahren bin. Auf dem Liegerad ist man bergauf langsamer und muss die gesamte Vortriebskraft allein aus den Beinen ohne Einsatz des Körpergewichts erzeugen. Man versucht dazu möglichst konstant mit relativ hoher Kadenz zu pedalieren. Das gelingt mir auf langen und nicht zu steilen Rampen inzwischen ganz gut, und ich würde nicht sagen, dass das mehr Kraft beansprucht, als auf dem normalen Rad - allerdings ist man, wie gesagt, damit auf dem Liegerad bergauf langsamer.

In Norwegen sammeln sich die Höhenmeter jedoch über ein permanentes rauf-runter-rauf an, und das ist auf dem Liegerad kräftezehrend, weil man eine konstante Kadenz selbst mit viel Schalten (und ich habe eine Rohloff) nicht so gut hinkriegt und den Schwung nicht so gut ausnutzen kann. Dadurch fährt man ständig stark wechselnde Intervallbelastungen, und das geht spürbar mehr in die Beine als das Befahren eines mehr linearen Passanstiegs wie z.B. bei einigen Alpenpässen. Das ist aber beim normalen Rad nicht anders.