[ ... ]Eine trockengelaufene Kette ist überall pfurztrocken und damit verschleißanfällig. Wer mal eine öffnet, wird das bestätigen.
Kann ich bestätigen. Nach wenigen hundert km war bei mir bisher bei jeder Kette das Werks-Fett weg. Bei Regen oder matschigen Wegen auch früher.
Von daher sind die Kettenreinigungsgeräte nicht in der Form zu verdammen,[ ... ]
Sie sind leider die einzige Möglichkeit, die alten Fettreste, mit denen sich der eingedrungene Sand und der Kettenabrieb zu einer fantastisch wirksamen Schleifpaste vereinigen, aus der Kette zu bekommen. Danach muss man natürlich häufig ölen, weil das Zeug aus den Fläschchen nicht so lange hält wie die Original-Schmierung.
Und bei der Empfehlung, die dreckige Kette durch einen mit WD40 getränkten Lappen zu ziehen und dann nachzuölen, rollt es mir die Fußnägel hoch. Bei der Aktion massiert man den Sand mit dem Lappen richtig schön in die Kette und stellt dann noch mit dem nachgeschütteten Öl sicher, dass sich der Sand auch bis in die letzte Ritze verteilt. Das gibt eine hoch wirksame Schleifpaste - die drin zu lassen und nur nachzuölen lässt die Kette meiner Erfahrung nach viel schneller verschleissen.
Das Problem ist eher die Entsorgung der Reinigungsflüssigkeit, die sehr schnell eine pechschwarze Brühe wird.
Bei ganz übel versifften Ketten (z.B. nach Geländeritten) muss man halt ggf. die Flüssigkeit im Gerät einmal wechseln, bis in der Kette nichts mehr knirscht. Aber wie gesagt: den Sand drinzulassen beschleunigt das Ableben der Kette ungemein.