Jugendlicher Optimismus ist zwar schön und gut, aber ich habe große Zweifel was dieses Vorhaben angeht. Wenn sie aber kein Problem damit hat schon nach wenigen Tagen spontan umzuplanen ....
Der "Wenn" Satz reißt es irgendwie raus.
Die Sache ist die.
Meine ich jetzt v.a. auch @Linda:
Wir waren alle mal jung. Aber nicht jeder hat in jungen Jahren die Erfahrung einer großen Tour gemacht und nicht jeder gealterte Mensch, erinnert sich noch direkt jener Erfahrungen von früher.
Ja ... *seufz* früher. Irgendwann merkt man, wie der Anstand zu jener Zeit auf einmal schneller und deutliche zurück zu liegen scheint.
Der Zufall will es, dass einige meiner wichtigen Erfahrungen nun mehr oder weniger genau 20 Jahre zurück liegen.
Osterferien 1993 haben wir zu dritt (ich war volljährig, einer 17 und einer wurde unterwegs 18) eine 2-wöchige Kajaktour durchs Emsland und Ostfriesland gemacht. Das Endkapitel jener Tour wird kommenden Dienstag exakt 20 Jahre zurückliegen und es wird mir auf immer und ewig unvergesslich bleiben. Geschah damals doch etwas, was ich erst im Herbst 2006 in einem bedeutenden Buch von Hermann Hesse, in direkt vergleichbarer Form erstmal wiederfand.
Im Januar zuvor wurden 2 der 3 Seekajaks frisch auf der BOOT gekauft. Und 1993 nach dem Abi machte ich dann meine 4-wöchige Kajaktour, die mich von Hann.-Münden (
Bild von vom Start, man kann die Überladung des Bootes "bis zur Halskrause" in etwa erahnen) über Bremerhaven - Otterndorf - NOK - Kiel - Flensburg - Lübeck - Trave/ELK/ESK/MLK/DEK/DHK nach 1500km (Schnitt 50km/Tag) nach Hamm zurück führte.
Ich hatte lange geplant und mir eigentlich weitaus mehr vorgenommen.
Will mich jetzt nicht in Details verlieren und in 10 Minuten noch in Wien anrufen, um Claudius zum Geburtstag zu gratulieren

- die Sache ist die, diese Zeit wird es so nur einmal geben und egal was Du, Linda, auch tun wirst und egal wie es dann abläuft, es wird Dich prägen und lange in Erinnerung verbleiben.
Selber etwas auf die Beine stellen, etwas alleine planen und dann auch durchführen, sich selber erfahren, die eigenen Grenzen erfahren und all das drumherum, das ist eine tolle Erfahrung.
Lass Dich von den hier geäußerten Bedenken und erhoben erscheinenden Fingern nicht zusehr verunsichern. Die Leute meinen es gut, jedoch gibt es keinen Ersatz für solcherlei Selbsterfahrung, außer eben ... zu versuchen was man sich vorgenommen hat.
Ich habe unterwegs erkennen müssen, dass meine Kräfte und Ausdauer endlich sind. Das manches, was man unterwegs so erlebt, es wert ist, den Zeitplan über den Haufen zu werfen und das man sich mitunter dafür verflucht gerade jetzt weiter zu müssen. Ich musste daher ständig meine Pläne herunterschrauben und mich auf das einstellen, was noch realistisch war. Und das habe ich dann geschafft.
Und mit der Fahrt wusste ich dann für die Zukunft, was ich alles weiterhin möchte, oder eben nicht mehr möchte und was ich wie werde verändern müssen.
Und ich reise auch heute im Grunde immer noch in vielen Belanden sehr vergleichbar, wie damals! Das wirkt zwar mitunter sehr "unprofessionell" und ich selber schüttle mituntden Kopf, aber mir macht es Spaß und irgendwie funktioniert es und ich lerne ständig weiterhin dazu.
Für meine letzte Seekajak-Reise habe ich richtig viel Zeit und Energie investiert und sie verlief insgesamt sehr, sehr gut, jedoch musste ich auch dort in vergleichbarer Weise Abstriche von meinen Wunschplänen machen, wie einst 13 Jahre zuvor. - Manche Dinge ändern sich und manche ändern sich irgendwie nie.
Und das wäre mein Rat an Dich: Mache eine List auf für Pflicht und Kür. Die Pflicht, ein Rahmen des minimal realistisch durchführbaren und als Kür das, was, wenn es optimal(st) läuft, noch obendrauf gepackt werden kann.
Und jetzt ist es schon nach Mitternacht. Ich werde mal den Telefonknochen schwingen.