Die Ostküste bin ich schon gefahren. War eine schöne Strecke und der Verkehr hielt sich (vor fünf Jahren) auch in Grenzen. Die SS 125 war seinerzeit im Ausbau und ich bin eine ganze Weile auf der neuen Straße geblieben. Sie ersparte einem eine ganze Menge Steigungen und Gefälle. Auch, wenn es ein echter Touristenort ist, runterfahren nach Cala Gonone würde ich doch sehr empfehlen. Den Berg wieder hochkommen ist nicht so dramatisch. Hoch muss man aber in jedem Fall, es ist eine Sackgasse. Die Scheitelstrecke auf der Ostseite ist der Abschnitt Dorgali–Lotzorai. Erst um Cagliari war dann mehr los, wobei de Verkehr zwar dicht, aber auch italienisch fair ist. Am Ende kommen alle irgendwie an und es passiert ziemlich wenig. Im Südwesten der Insel war ich noch gar nicht. Plane nicht alles akribisch vor, abhängig von Lust und Wetter kann man doch seine strecke auch mal ändern. Denk daran, dass gerade Zeltplätze gerne am 1. oder 15. Oktober schließen. Ganzjährig geöffnete gibt es aber. Man muss sie nur finden.
Zurückkommen mit dem Regionalverkehr ist kein Problem. Busfahren konnte ich mir vollständig verkneifen – obwohl eine Reisebüromitarbeiterin in Tortoli Stein und Beil schwören wollte, dass es auf Sardinien außer den Touristenstrecken »trenino verde« keine Eisenbahn, sondern nur Busbetrieb gäbe. Keine Ahnung, wie sie drauf kam. Es gibt sowohl echte Hauptbahnstrecken, die von der trenitalia betrieben werden (wobei seit über zehn Jahren alle Züge Regionalzüge sind, auch wenn sie sich mitunter als echte Schnellzüge erweisen, was für die unproblematische Fahrradmitnahme sehr günstig ist) als auch Schmalspurstrecken der FdS. Von denen ist die Strecke Cagliari–Mandas–Isili, Macomer–Nuoro und das Stadtbahnnetz von Sassari im Regelbetrieb. Die Touristenstrecken dürften im Oktober schon ohne Verkehr sein. Arbatax–Mandas hat sich meiner Meinung nach seinerzeit wegen der Trassierung durch das Gebirge sehr gelohnt. Die Regelspurstrecken kennt Hafas. Sollten sich unerwartet lange Umsteigeaufenthalte ergeben, dann stückle die Anfragen an diesen orten. In der Regel gibt es dort einen saugenden Anschluss Kante an Kante und Hafas meint nur, die Übergangszeit wäre zu knapp. Ist sie nicht.
Eisenbahnnetz von Sardinien (die gelben Verbindungen gibt es nicht mehr)
Ein Anfrageversuch bei hafas hat das Umsteigeproblem gleich bestätigt. Cagliari ab 12.00, Olbia an 16.19, weiter nachj Golfo Aranci erst 19.15 (mit Bus!). Praktisch fährt 16.24 ein Zug weiter und in aller Regel läuft der Triebwagen auch durch. Nur bekommen das die Auskunfssystemmacher nicht mit, seit Jahren schon.