In Antwort auf: HPVD
- Taschenaufhängung hinten ist recht hoch
Dazu noch eine Ergänzung: Den Unsinn, das Gepäck müsse immer möglichst tief hängen, kann ich nicht mehr hören. Theoretisch liegt die Gepäckmasse idealerweise in Fahrzeugmitte. Praktisch spielen andere Kriterien eine Rolle. Wie tief soll die Tasche denn nach Redakteursmeinung hängen? Ich habe alle Varianten praktisch erproben dürfen: Reiserad ungefedert mit tiefstmöglicher Taschenposition. Delite black mit hoher Gepäckhalterung. Intercontinental mit hoher oder wahlweise unterer Einhängeposition. Ergebnis: Die Höhe des Gepäckschwerpunktes ist im Bereich von ca. 10-30 cm völlig egal, solange Du keinen Gepäckturmbau betreibst und der Rahmen überhaupt reisetauglich steif ausgelegt ist. Viel wichtiger ist die horizontale Position des Gepäckschwerpunktes im Verhältnis zur Hinterachse. Hier können 5 mm spürbar sein. Liegt der Gepäckschwerpunkt hinter der Hinterachse, entsteht ein Hebelarm, der zu Pendelbewegungen an der Fahrzeugfront führt. Kann man leicht auf eine zu weiche Federgabel schieben. Dummerweise müssen tiefer eingehängte Taschen meistens ein wenig weiter nach hinten (Fußfreiheit). Es ist deshalb nicht pauschal richtig, das Gepäck tief zu hängen. Am vollgefederten Rad mit gefederter Gepäcklast erhöht sich außerdem die Dämpferbelastung, wenn der Gepäck-Hebelarm verlängert wird. Richtig wäre nach meiner Erfahrung: Hintere Packtaschen so weit wie möglich nach vorn schieben. Schweren Inhalt möglichst in diesen Taschen nach vorn und unten packen. Falls Spielraum besteht, die Taschen tiefer hängen, aber keinesfalls weiter nach hinten.

Am Intercontinental war die untere Taschenaufhängung - auf vielfachen Wunsch der Fachpresse und ihrer Leser eingeführt - praktisch unbrauchbar. Es ist sehr schwierig, die Haken voller Packtaschen hier einzuhängen. Und die Taschen sitzen ohne Justagemöglichkeit deutlich weiter hinten, als in der oberen Position.
Am besten fährt mein Rad bei voller Zuladung, wenn die hinteren Taschen oben und möglichst weit nach vorn eingehängt sind. Natürlich führt der Federweg zu einer höheren Gepäckposition als beim ungefederten Reiserad. Trotzdem fährt sich mein Rad schön neutral und nicht kippelig (Vergleiche dazu Fotos von bepackten Touren-Motorrädern). Dass am aktuellen Delite traveller keine untere Taschenposition vorhanden ist, halte ich für den sinnvollen Verzicht auf Überflüssiges.