Hallo Martin,
ich bin mal gezwungernermaßen Singlespeed durch die Alpen gefahren, die Via Claudia Augusta.
Mein Hollandrad (ein Lokomotief) hatte da ursprünglich 5 Gänge, von denen 2 sich schon nicht mehr schalten ließen, als ich losführ und dann innerhalb der ersten Tage direkt weitere 2 nicht mehr schaltbar waren.
Ich hatte noch ein kleineres und ein größeres Ritzel dabei, da die Ritzel per Feder gesichert sind, so dass ein Wechsel schnell und recht unkompliziert möglich war.
Das hat schon gepasst. ich hatte an dem Rad alles weg gemacht, was meines Erachtens nicht notwendig war und bin so auf etwa 12 kg Radgewicht gekommen, Gepäck hatte ich etwas über 20 kg dabei, dazu dann noch meine damals etwa 92 kg.
Ich bin bei Füssen los mit einer Entfaltung von etwa 2,70. Das war die Berge hoch recht knapp, hat aber noch gut geklappt, nach dem Reschenpass habe ich das Ritzel gewechselt und bin vortan mit etwa 4,70 gefahren. da wäre noch eine größere Entfaltung möglich gewesen, da die Strecke wohl noch leichte Steigungen mit sich brachte, größe Teile aber eben oder abschüssig waren. Da ist es nach oben halt etwas knapp geworden, also wenn es darum ging, schneller unterwegs zu sein.
Ich habe mit dem Ritzelwechsel ganz gute Erfahrungen gemacht und fahre aktuell auch weiter mit dem Rad, wobei die Schaltung mittlerweile ausgetauscht wurde, gegen eine "neu" 5-Gang-Nabe, die ich weiter mit einem zusätzlichen Ritzel ergänze.
Im letzten Jahr habe ich mir ein Dahon-Faltrad mit einem Gang gekauft (Entfaltung etwa 5,20 m), auch damit bin ich bereits unterwegs gewesen, aber mit nur etwa 10 kg Gepäck und auf tendenziell eher flachen Reisen, also etwa von Nordeney ins Ruhrgebiet (Tecklenburger Land war da dann doch an der Grenze), Mecklenburgische Seenplatte und die Lausitz.
Ich zeige mich da sehr kompromissbereit und das muss auch sein, weil gehen tut das, aber halt mit einigen Einschränkungen, insbesondere dann, wenn der Wind von vorne kommt und kurze Steigungen dazwischen liegen. Meine Knie melden sich aktuell noch nicht, aber ich merke schon, dass eine Anpassung der Drehzahlen und der Belastung ganz gut tun würde. Ich schätze aber auch sehr, dass ich mich wirklich gar nicht ums Schalten kümmern brauche. Ich bin diesbezüglich sehr "faul" bzw. freue mich über so wenig wie möglich Technik am Rad.
Meine Touren sind in der Regel aber nur etwa 1-2 Wochen lang, finden in Europa auf gut fahrbare Straßen statt und aufgrund der gemachten Erfahrungen auch sehr genau geplant, bezüglich Topographie. Längere Steigungen (einige Kilometer) mit mehr als 12% Steigung vermeide ich, da es da dann nur noch wenig Spaß macht und auch schieben nur gefällt, wenn ein Ende absehbar ist. Mit dem Dahon fahre ich auf einer Reise bis zu 70 km am Tag.
Wie gesagt es geht, man muss aber schon auch Lust haben sich mehr zu quälen als notwendig, und das ist bei mir aktuell noch immer wieder so,
viele Grüße,
Sandro