Hallo Felix,
So richtig im Gelände bin ich nicht gefahren. Es waren aber schon einige nicht asphaltierte Straßen dabei, auch von weniger guter Qualität. Und ich kann auf jeden Fall sagen, dass das Condor auf solchen Oberflächen besser zu fahren ist, als mein Upright. Aber da vergleiche ich Äpfel mit Birnen, denn dieses ist ungefedert, das Condor hingegen vollgefedert.
Es waren z.B. ein paar mal so eklige Wellblechpisten, die ich bisher immer sehr ungern und auch nur sehr langsam gefahren bin. Mit dem Condor konnte ich da auch mit höher Geschwindigkeit drüber und hab von den Rillen nur wenig gespürt. Wäre aber mit einem gefederten Upright wohl nicht anders.
Ein paarmal bin ich auch kurz über eine Wiese oder oder einen Trampelpfad gefahren, wo ich das Upright geschoben hätte. War mit dem Condor auch kein Problem.
Ich habe den von dir verlinkten Beitrag von Axel Kaiser nochmal gelesen. Er schreibt
"Ich hatte auch eine federgabel eingebaut, die wippt aber unheimlich am Berg". Das kann ich nicht bestätigen.
Ob ich am Berg langsamer war, wie Axel auch noch schreibt, weiß ich nicht. Man müsste die selbe Strecke mit der gleichen Zuladung und unter den gleichen Bedingungen mit beiden Rädern fahren, um das vergleichen zu können. Ein markanter Unterschied ist mir jedenfalls nicht aufgefallen. Auch nicht, was die erreichbaren Tagesstrecken und Durchschnittsgeschwindigkeiten angeht, weder merklich gesteigert noch nachgelassen. Allerdings kann ich mit dem Liegerad problemlos auch mal 100km am Stück fahren, ohne eine Pause einlegen zu müssen, weil es halt total entspannt zu fahren ist. Mit dem Upright war das kaum möglich.
Nachteile sind sicher, dass das Rad etwas unhandlicher zu transportieren ist, außerdem kann man keine ganz engen Kurven fahren (ist beim Condor recht extrem, das hat sich auf meiner Tour aber trotzdem nur ausgewirkt, wenn ich auf schmaler Straße wenden musste, und da steigt man halt ab und hebt das Vorderrad hoch).
Außerdem habe ich, wenn das Hinterrad wegrutscht (oder, wie in Oslo passiert, in einer Straßenbahnschiene hängenbleibt

), ein etwas unangenehmeres Gefühl als auf dem Upright. Kommt vielleicht daher, dass ich instinktiv befürchte, das Rad nicht mit dem Fuß abstützen zu können, wenn es kippt, was allerdings doch nie nötig war.
Für mich ist mein Condor auf jeden Fall ein ideales Reiserad.
Dass man viel Aufmerksamkeit erregt, ist auch richtig (war in Schweden noch krasser als bei uns, dort kennt man Liegeräder fast überhaupt nicht). Allerdings habe ich das nicht negativ empfunden, im Gegenteil. Es sind viele nette Gespräche zustandegekommen, die auf einem anderen Rad gar nicht begonnen worden wären. So hat mir z.B. ein Mann in Göteborg, nachdem er mich über das "seltsame" Fahrrad ausgefragt hatte, die Geschichte der Werften in dieser Stadt erzählt, war wirklich interessant
Andreas