Daß Rahmen subjektiv stark unterschiedlich beurteilt werden, liegt also am wenigsten am Material, wie man so zwischen den Zeilen immer wieder herauslesen kann.
Der Markenname spielt mal wieder eine große Rolle.
Vorurteile gegenüber die eine oder andere Materialart auch.
Ich würde sagen, daß die "Akustik" eines Rades insgesamt auch sehr viel für den Fahreindruck verantwortlich ist.
Stahl hat hier klar den Vorteil, daß damit ein Rad tendenziell leiser ist und gewisse Geräusche auch nicht so "blechern" rüberkommen. Die Rahmenschalter an meinem Müsing-Renner machten ein sehr billiges Geräusch gegenüber solchen an einem SLX-Rahmen befestigte.
BMW soll über 80 Akustiker beschäftigt haben, die dafür sorgen, daß die Kiste genau so klingt, wie man es sich vorstellt. Bei allen anderen Herstellern von edleren Autos ist das genauso. Würde ein Mercedesfahrer beim Einsteigen in seinen Benz ein helles "Pläng" hören, anstatt das gewohnte dumpfe "Wumpf", wäre er am aderen Tag in der Werkstatt.
Bei Fahrrädern ist der akustische Spielraum aus Gewichtsgründen ziemlich klein.
Trotzdem wird über das akustische Verhalten verschiedener Materialien viel unbewußt auf andere Qualitäten geschlossen, die mitunter gar nicht zutreffend sind.
Nach wie vor ist es eine kleine Kunst, die paar Rohre so zusammenzubraten, daß sie nicht nur halten, sondern auch noch ein paar kleine "Zusatzqualitäten" vermitteln.
Grüße
jomo