Hallo Kanis,
seit 2002 machen wir jeweils im Sommer zwei Wochen Radurlaub und seit dieser Zeit nutzen wir die entsprechenden Foren, um Reisepartner zu finden. Bisher haben wir auch immer Resepartner gefunden und sind bislang nur in einem einzigen Fall enttäuscht worden.
Grundsätzlich finden wir es spannend, neue und uns fremde Leute kennenzulernen. Meist eint ja schon das gemeinsame Interesse an Radreisen. Es ist aber auch wichtig, dass jeder seine Individualität behalten kann und nicht permanent Kompromisse gesucht und gefunden werden müssen. Wenn es so viele Gemeinsamkeiten gibt, dass es auf der Fahrt keine Probleme gibt, dann ist das sicher ideal. Sollte dies nicht immer der Fall sein, kann man sich durchaus streckenweise trennen und hat am Abend genügend Gesprächsstoff, um das Erlebte auszutauschen.
In diesem Jahr hatten wir einen Reisepartner, dem offenbar unsere Art des Reisens nicht zugesagt hat. Er hat sich nach vier Tagen wort- und grußlos von uns getrennt. Auch dies ist eine Möglichkeit, wenn keine gegenseitige Abhängikeit herrscht. Die gibt es allerdings, wenn man mit Freunden und Verwandten fährt. Auch diese Erfahrung haben wir gemacht und dabei wäre fast eine Freundschaft in die Brüche gegangen. Hier waren es unausgesprochene Erwartungen, die aus falscher Rücksichtnahme zu erheblichen Spannungen führten.
Ich bin der festen Überzeugung, dass die Toleranzgrenze z.B. gegenüber Fremden wesentlich größer ist, als gegenüber Freunden, Bekannten und Verwandten und damit das Spannungsfeld von vorne herein geringer ist. Aber wie überall im richtigen Leben, können viele Kleinigkeiten auch ein Fass zum Überlaufen bringen.
Wir werden auch für unsere Tour im kommenden Jahr in diesem Forum wieder auf Reisepartnersuche gehen, wohlwissend, dass es sehr schwer sein wird. Denn für uns als Paar ist es fast unmöglich, ebenfalls Paare als Reisepartner zu finden, die z.B. um Alpenpässe keinen Bogen herum machen. Und einzelne Radfahrer scheuen sich meist, sich als dritter im Bunde einem Pärchen anzuschließen.
Schade finde ich, wenn man von vorne herein ausschließt, sich fremden Leuten anzuschließen. Wie weiter oben schon ausgeführt, heiratet man nicht, sondern bildet eine Zweckgemeinschaft auf Zeit, mit der Option, nette und interessante Menschen kennenzulernen.
Gruß Bernd