Dass ausgerechnet ich (als Schlosser) noch nicht auf die Idee mit dem Öl gekommen bin, beschämt mich ja. In kleinen Schritten (Viertelumdrehung) näherte ich mich zwar einer halbwegs ''straffen'' Speichenspannung (immerhin hielten die Räder über 10.000e von kms), aber ''der wahre Jakob'' ist das sicherlich nicht.
Der tollste Schnitzer, den ich mir beim Aufbau eines Hinterrades leistete, ging - rein schmierungstechnisch - genau in die andere Richtung. Ich ließ mir von ´nem Kumpel meine geliebten Edelstahl-Westwood-Felgen sandstrahlen, was einen schönen haftfähigen Untergrund für mein geliebtes Hammerit ergab. Bereits, als die Speichen noch lasch gespannt waren, fiel mir auf, dass sich die Nippel etwas hakelig drehen ließen.
Ich maß dem aber keine größere Bedeutung bei und zentrierte die Sache zu Ende. Doch dann riss mir alle paar hundert Kilometer mindestens eine Speiche weg, und ich kam um´s Verrecken nicht auf den Grund. Ich wechselte von 2,33er Zink- auf 2,33er Edelstahlspeichen, von denen auf Einfach-Dickend (2,33mm/2mm), umwickelte die Kreuzungen mit 0,6mm-Kupferdraht - es wurde lustig weitergerissen.
Es dauerte lange, bis ich ''auf den Trichter kam'', es könne vielleicht daran liegen, dass sich die Nippel um keine Millisekunde drehen konnten, weil sie regelrecht in der Felge verhakt waren. Und da so eine Speiche wohl überwiegend Zug- und Torsionskräfte aufnehmen muss, ist es bestimmt nicht schlecht, wenn sie einen Teil davon an ein Bauteil abgeben kann, das für´s Drehen gemacht ist.
Wenn sich dies aber nun nicht drehen will - und die Kräfte ja irgendwohin müssen -, reißt die Speiche da, wo sie am schwächsten ist - im Knick zum Nabenflansch.
Kann es da nicht sein, dass ''zu gut'' gesicherte Speichennippel des Laufrades Tod bedeuten. . .?
Gruß, Paule