Hallo Stephan,
Daß China sich jedoch um die Umwelt bemüht, das halte ich (weitgehend) für ein Gerücht. Vielleicht gibt es einige Lichtblicke, aber im Großen und Ganzen kümmert die Umwelt dort die wenigsten - die Leute haben noch andere Probleme.
Die Leute kümmert das nicht, das ist richtig, aber die Regierung schon! Also ich habe schon Solarkraftwerke und Windkraftwerke gesehen, die Wasserkraft wird auch stark ausgebaut. Ausbau der Regenerativen Energie ist sogar Regierungsziel.
Vor allem aber hat mich Chengdu beeindrukt, in dieser 8Mio Stadt war die Luft sogar besser als in Stuttgart. Busse und Taxis fahren mit Erdgas, Verbrennungsmotoren an Mofas sind verboten (es fahren alle Elektroroller) und Warmwasser über Solaranlagen auf jedem Dach. Dazu werden die Straßen teilweise sogar mit Wasser besprüht und gewaschen gegen Feinstaub, wie hier in Wien. (Wenn im Winter die Kohleöfen angehen, wirds aber wohl auch stinken)
Das fast alle Standarts noch weitaus schlechter als in Deutschland sind ist auch gar keine Frage.
Die Frage ist nur, ob man von einem Entwicklungsland verlangen kann, zuert Miliardenteure Umweltschutzauflagen und beste Arbeitsbedingungen einzuführen oder ob sich das alles nacheinander und nebenher entwickeln kann, so wie das auch bei uns ablief.
Ich seh die Forderung (die sicher wünschenswert wäre) eher unter dem Gesichtspunkt Abschottung vor lästiger Konkurenz. Besser Arbeit für uns, als für Chinesen ist da das Motte, doch das hört sich halt nicht so tugendhaft an wie Umwelt- und Arbeitsschutz.