Oh Mann, ist das schwach! Technisch sauber funktionierende Lösungen gab es schon, als meine Keimzellen noch nicht gebildet waren. Im Sommer 2000 gab es einen täglichen Nachtzug zwischen Vilnius und Riga. Die Verbindung zwischen Riga und Tallinn war ein Jahr zuvor eingestellt worden. Bei diesem Thema frage ich mich immer wieder, wie bekloppt man eigentlich sein muss, um in der Verkehrspolitik der baltischen Staaten und bei den dortigen Eisenbahnverwaltungen eine Führungsposition zu erhalten. Wenn ich an den so etwa fünf Kilometer langen Stau am Straßengrenzübergang zwischen Podlasien und Litauen im Sommer 2000 und daran, dass seinerzeit etwa jeder dritte Lkw ein Autotransporter mit prinzipiell schrottreifen Rostlauben sowie an den Automarkt in Marijampole denke, dann ist mir allerdings klar, woher das alles kommt. Ich habe nie soviele Personen erlebt, die mit offenen, dicken Geldscheinbündeln herumlaufen wie auf diesem Markt.
@sugu, zwischen Šeštokai und Kaunas liegen, wenn Openrailwaymap stimmt, die Gleise beider Spurweiten nebeneinander. So einfach, wie man denken könnte, sind die Vierschienengleise nicht zu haben. Mit einem Durchgang sind auch Durcharbeitungsstopfgänge nicht erledigt und gewöhnliche Streckenstopfmaschinen sind damit überfordert. Auch Weichenstopfmaschinen schaffen das nicht in jedem Fall und üblicherweise macht man sowas nur bei Platzmangel. Eben den sehe ich auch zwischen Mockava und Šeštokai nicht. Offenbar durfte der Ausbau nicht viel kosten. Ich vermute, das Geld wurde für den Autobahnbau benötigt.
Rail Baltica erleben alle, die heute hier schreiben, nicht mehr. Eher wird Vladimir P. Kaiser von Russland.